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Kronen-Tubus |
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Die Beispieluhr wurde über
ebay gekauft, weil das AS
1477 darin im Uhrwerk-Archiv
fehlte. Der Handel war fair: Die Uhr wurde als defekt angeboten und
kostete nur EUR 11,65. Allein als Foto-Modell oder Teilespender war sie
aber zu schade. Die Frage war also: Was ist defekt und warum. Erste Diagnose: Die Uhr lief nicht, weil irgend ein Partikel das winzige Räderwerk blockierte. Schlimmer war aber daß die Krone sich nicht sich nicht zum Stellen herausziehen ließ. Die Uhr ist als wasserdicht bezeichnet (s. Bild 6), sollte also einen Tubus für die Kronendichtung haben. Iin Bild 1 bei A fehlt der aber. Die Risse im Glas bei C und D sind dagegen unbedeutend. In Bild 2 ist ein Tubus A eingesetzt, und sein Durchmesser läßt ahnen, wie schnell Wasser zwischen der dünnen Aufzugwelle B und dem großem Loch für den (fehlenden) Tubus eindringen kann. |
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Das Wasser
gelangte
in die Kronenschaltung, und dort war die Winkelhebelschraube A
in Bild 3 und 4 so festgerostet, daß sich nichts mehr bewegte.
Diese Schraube hält den Winkelhebel (zum Umschalten zwischen
Aufziehen und Stellen). Das Problem: Um das Werk für Archiv-Fotos aus dem Gehäuse zu bekommen, muß diese Schraube gelöst werden; nur dann kann man die Aufzugwelle mitsamt Krone herausziehen. Die Chance dafür war aber präzise Null, denn die Schraube war in Platine, Brücke und Winkelhebel festgerostet. Man mußte also das Werk im Gehäuse fast komplett zerlegen, um die Aufzugwelle auch ohne Lösen der Schraube herausziehen zu können. |
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Nun, das Uhrwerk war zerlegt und mußte
für die gewünschten Fotos wieder zusammengebaut werden. Was
lag da näher, als die Teile zu reinigen? Der Mehraufwand war
klein, und man hatte die Aussicht auf eine hübsche
alltagstaugliche Uhr. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Zwar ist an Gehäusekanten wie A und B in Bild 5 sowie an den Enden der Bandanstöße A und B in Bild 6 die Vergoldung durchgerieben, aber das fällt kaum auf. Das Gehäuse ist aus Neusilber, und deshalb bleibt es dort blank und läuft nicht matt an wie Messing oder Tombak. Auch das Zifferblatt hat etwas gelitten. Aber über Flecken am Rand wie bei C in Bild 5 kann man hinwegsehen, wenn man bedenkt daß die Uhr viel kleiner ist als hier abgebildet. So kleine Automatics werden heute nicht mehr hergestellt. Und auch früher waren sie so selten, daß es acht Jahre brauchte, bis dieses Werk ins Archiv kam. Wer also so ein Erbsenformat mag, kommt um alte Uhren nicht herum, und eine wassergeschützte Automatic kann es mit einer modernen Uhr durchaus aufnehmen. |
| Abrechnung (vgl. Service-Preise) | |
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| EUR 11,65 Ankauf
der defekten Uhr EUR 54,-- Standardservice Automatic EUR 18,-- Entrostungsarbeiten EUR 10,-- Ersatz des Kronen-Tubus EUR 8,50 Ersatz Kunststoffglas EUR 4,00 Dichtung Boden erneuern EUR 3,-- Band aus Restposten EUR 109,15 Gesamtkosten (in 2011) |
Die direkten Folgekosten für
den Pfusch mit dem fehlenden Tubus waren nur EUR 18,-- fürs
Entrosten. Da aber die Reparatur das Zerlegen erforderte, geht auch
mindestens die Hälfte der Servicekosten, also EUR 27,-- zulasten
des
fehlenden Tubus. Die Gesamtkosten sind viel für eine Damenuhr, sogar für eine Automatic mit schön finissierten Werk. Man sollte aber bedenken: Manchmal kauft man eine Uhr mit größeren (versteckten) Mängeln für dieses Geld, ohne an die möglichen Folgekosten zu denken. Einfache Regel: Für Pfusch zahlt man morgen viel mehr als man heute spart.
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...die kostenlose Alternative |
Dr. Roland Ranfft Im Eichfeld 8 41844 Wegberg-Wildenrath Deutschland |
Tel. +49 (0)2432 491604 Fax +49 (0)2432 491605 email: info@ranfft.de |
Letzte Änderung: 19.9.11 |