Home  Ranfft
 Uhren
Rosa Seiten
für Uhren
.
Home
Deutsch
English
Rosa Seiten

Marken-Shops
Einliefern
So geht's
Zustand von Uhren
Rund um die Uhr
Links
.
 
Info-Seiten: Probleme mit alten Uhren

Alte Uhren

Vintage
- ursprünglich die Bezeichnung von Weinjahrgängen - wird heute für alles und jedes zur Aufwertung verwendet. Treffender ist alte Uhr; das bedeutet nur, daß die normale Nutzungsdauer überschritten wurde.
     Uhren, die nach Jahrhunderten noch gut funktionieren, beweisen, daß ihre normale Nutzungsdauer bei guter Pflege weit überschritten werden kann. Und das macht sie sammelnswert: Man kann sie nutzen.
...und ihre Probleme

Probleme gibt es nur, wenn man beim Service Zeit und/oder Geld am falschen Ende spart. Hinauszögern einer fälligen Wartung oder unqualifizierte Reparaturversuche vergrößern Schäden, und die Beispiele auf diesen Seiten zeigen, daß die anfangs billigste Lösung am Schluß die teuerste ist.
     Wichtig! Die Beispiele sind nicht etwa extreme Katastrophen, sondern einfach willkürlich herausgepickte Fälle aus der Praxis.
 
  Inhalt
Ankerpalette zerbrochen
Boden nicht zu öffnen
Ebay-Albtraum
Email-Schäden
Fremdteile
Meister(fehl)leistung
Normaler Wahnsinn
Öl-Katastrophen
Schraube zu lang
Uhr läuft nicht
Unruh-Probleme
Zur ÜbersichtZur Übersicht
 

Probleme

 
Die schlechte Nachricht zuerst

Oft werden Uhren, die nicht mehr im Trend liegen, nur mit billligsten Mitteln am Laufen gehalten.Viele alte Uhren sind so schon durch Murks verdorben, und manche bekommt den Rest, damit sie wenigstens so lange tickt, bis sie als Liebhaberobjekt verkauft ist.

Die gute Nachricht

Es gibt alte Uhren, die regelmäßige Zuwendung vom Uhrmacher bekamen. Es ist nicht der größere Anteil, aber da nicht jeder Uhren sammelt, gibt es genug Nachschub gut erhaltener Uhren, in die man keine Unmengen Geld versenken muß.

Grenzfälle

Die Trennung zwischen Schrott und Sammlerobjekt ist schwierig: Bei seltenen Uhren hat man keine Wahl: Man muß sie nehmen wie sie sind oder verzichten. Und bei hochwertigen Uhren kann ein heruntergekommenes Exemplar Sinn machen, wenn man sich ein besseres nicht leisten kann oder will.
    Für einen Hobbyschrauber kann sogar eine einfache Uhr in schlechtem Zustand attraktiv sein. Er kann seine Arbeitzeit als Hobby verbuchen und muß nicht über die Wirtschaftlichkeit nachdenken.
Aufpassen!

Jede Uhr sollte halten, was der Verkäufer verspricht; deshalb ein paar einfache Regeln:
1) Möglichst keine Uhr ohne Rückgaberecht kaufen.
2) Keine Uhr ohne Blick aufs Werk kaufen.
3) Eine erworbene Uhr sorgfältig prüfen, notfalls mit der Hilfe eines Uhrmachers.

Murks an Uhren


Verschleiß und Bruch sind bei alten Uhren untergeordnete Probleme. Die meisten und die teuersten Probleme entstehen durch unqualifizierte Bastelei.
    Ich habe im Laufe vieler Jahre viele Schäden gesehen, die ohne Feindeinwirkung unmöglich sind. Die Beispiele hier sind willkürlich herausgepickt; einfach um Sammlern eine Vorstellung darüber zu geben, womit sie rechnen müssen.

Zwischen Unwissenheit und Betrug

Oft wissen Verkäufer gar nicht, was sie verkaufen. Kein Problem, wenn der Käufer es auch nicht weiß, und auch dann nicht, wenn eine faire Einigung möglich ist, etwa Rückgabe oder Preisnachlaß.
     Es passiert aber, daß Verkäufer Uhren als einwandfrei verkaufen, wohl wissend, daß sie Mängel haben. Die genialeren erwähnen Mängel als harmlos und überlassen es dem Käufer, den Umfang der Katastrophe herauszufinden. Und wenn der sich beschwert, behaupten Sie, die Mängel seien erwähnt worden - eine subtile Art von Betrug.
Nach oben Nach oben
 

Ankerpalette zerbrochen
 
Der Anker muß eigentlich nie repariert werden; er ist eines der langlebigsten Teile einer Uhr, und Paletten gehen nicht kaputt.
     Es passiert dennoch: Die Beispieluhr (Werk in Bild 1) war für die Ewigkeit konzipiert. Trotz ihres Alters (Baujahr 1925) machte sie einen gepflegten Eindruck: Weder Korrosion, noch nennenswerter Verschleiß und nur Spuren, die bei dem Alter und regelmäßigem Service nicht zu vermeiden sind.


Bild 1

Bild 2
Vergößern der Bilder durch Anklicken möglich
Fehlerbild

Die Amplitude (Schwingungsweite) der Unruh schwankte, und zwischen verschiedenen Lagen ergaben sich Abweichungen von mehreren Minuten pro Tag
     Werden Gangschwankungen durch Räder verursacht, wiederholen sie sich je nach Drehzahl des verursachenden Rades in gleichen Zeitabständen. Sind die Schwankungen unregelmäßig, ist fast immer ein Fehler der Hemmung die Ursache.
      Bei der Ausgangspalette im Bild 2 ist im Vergleich zur neuen (daneben) zu sehen, daß Kanten und Flächen abgeplatzt sind. Die Paletten sind so geschliffen und angeordnet, daß sie in das Ankerrad hineingezogen werden. Dann schleift die Ankergabel nicht an der Unruh-Rolle, wie es sich für eine freie Ankerhemmung gehört.
     Ein so angeschlagener Stein kann das nicht. Die Ankergabel schliff an der Rolle und sorgte für schwankende Amplituden und Lagefehler. Dazu war die Hebefläche (am Ende des Steins) zerbrochen. Da über diese Fläche die Energie vom Ankerrad auf die Unruh überträgt, gelangte nur ein schwankender Teil dieser Energie auf die Unruh.

Man muß das alles weder wissen, noch verstehen. Es sollte die Annahme reichen, daß niemand die Steine so präzise schleifen und montieren würde, wenn's auch ein unförmiger Kiesel täte.
Reparatur Was könnte da passiert sein?
Leider ist die Reparatur mühsam und teuer:
1) Das ganze ist winzig. Der im Bild 3 stark vergrößerte Stein ist 0,22mm breit.
2) Ersatz gibt es zwar in allen Breiten, aber unterschiedliche Längen würden eine zu aufwendige Lagerhaltung bedeuten. Der Ersatzstein muß gekürzt werden - nicht einfach bei so einem Kümmerling.
3) Die Hilfsmittel (Heizplatte, Justierhilfe) müssen angeschafft werden, werden aber selten benutzt, denn normalerweise wird einfach der Anker ersetzt. Diese Kosten müssen also auf wenige Reparaturen umgelegt werden.


Bild 3

In Bild 3 ist die neue gekürzte Palette drin und die kaputte draußen. Das Ergebnis war verblüffend: Der Gang wurde erwartungsgemäß gleichmäßig. Aber der Lagefehler war größer als zuvor, schwankte aber nicht mehr
1) Die Uhr war schon lange unmodern, als der Besitzer einen Mangel möglichst billig beseitigen lassen wollte. Der Onkel des Freundes von Nachbars Tocher kannte sich mit Rasenmähern aus, war also erste Wahl.
2) Als erstes versuchte der die Position der Palette im Anker mit einer Zange zu korrigieren - Gründe unbekannt. Eine Palette steckt zwar ewig die Schläge der Ankerradzähne weg, aber die millionenfache Kraft der Zange nicht.
3) Die Uhr weigerte sich zu sterben, tickte aber nur noch mit kleiner Amplitude und erheblichen Lagefehlern.
4) Leider ist zu befürchten, daß der Täter ein Uhrmacher war: Die Lagefehler wurden durch eine winzige Korrektur-Scheibe unter der richtigen Unruhschraube sowie Vergrößern der Schlüsselweite (Spiel der Spirale zwischen den Rückerstiften) kompensiert - unter Hobbyschraubern eher unbekannte Maßnahmen.

Und wirklich, der nach dem Ersatz der Palette vergrößerte Lagefehler war verschwunden, nachdem die unter 4) genannten Korrekturen rückgängig gemacht worden waren.

Was die Ursache für diese Kette von Katastropen war, ist nicht feststellbar. Interessant ist, daß nur durch Ersetzen der Palette die Uhr wieder wie neu lief: Ein Lagefehler von maximal 20s/Tag ist für eine so alte Uhr ohne Stoßsicherung sehr gut. Immerhin sind für heutige Chronometer 10s/Tag zulässig. Es ist also niemals an der Uhr etwas "kaputt gegangen" sondern nur etwas kaputt gemacht worden.
Abrechnung  (vgl. Service-Preise)
EUR  10,--  Aus- und Einbau von Werk, Zifferblatt und Zeigern
EUR  60,--  Erneuern der Palette
EUR  15,--  Rückgängig Machen der falschen Lagenkorrektur

EUR 85,--   Gesamtkosten  (in 2010)
Das ist für eine so außergewöhnliche Golduhr tragbar. Bei einer Uhr in niedriger Preislage könnte man nur hoffen, daß man den kompletten Anker oder ein Spenderwerk für kleines Geld findet.

Was immer zu diesem Zerstörungswerk geführt hat, die Arbeit war selbst dann zu teuer, wenn sie kostenlos war.
Nach oben Nach oben
 

Schraube zu lang
 
ebay-Verkäufer: renram, Artikel 120475436924:
schöne Herrenuhr Etern a Centennaihe
Zuschlag: 11.10.2009 für EUR 89,--
Keine Funktionsmängel genannt.

Bild 1

Bild 2
Vergößern der Bilder durch Anklicken möglich
Fehlerbild

Die Realität: Um Mitternacht blieb die Uhr stehen. Stellte man sie weiter, schaltete das Datum. Die Schnellschaltung funktionierte nicht.

Kleine Ursache, große (und teure) Wirkung: Eine Schraube geht verloren und niemand kriecht Stunden auf dem Boden, um sie zu finden, denn Ersatz ist kein Problem. Man nimmt eine passende Schraube und achtet darauf, wo deren Ende landet, denn das Ende kann Bruch verursachen.

Erstes Zeichen für Murks war eine fehlende Schraube bei A in Bild 1. Nicht sehr professionell, denn der Hersteller hatte Gründe, die sehr dünne Datum-Platte mit vier Schrauben zu befestigen.

Ohne Datumplatte sah man, warum die Schnellschaltung nicht funktionierte: Der Datumkorrektor B fehlte (im Bild 2 bereits ergänzt). Aber selbst mit dem zugefügte Korrektor funktionierte die Schnellschaltung nicht, weil die Datumplatte zu stark verzogen war.
Was war passiert?  

Bild 3

Bild 4

Bei der Datumraste D in Bild 3 schaute das Ende C einer zu langen Schraube heraus. Auf den ersten Blick nicht schlimm. Aber wenn ein Zahn der Datumscheibe die Raste D nach rechts drückte (Bild 4), gelangte deren Feder E über des Schraubenende C.
      Ohne Datumplatte klappte das, aber bei aufgeschraubter Platte blieb über dem Schraubenende C kein Platz für die Feder E und die Raste D saß fest.

Die Pfusch-Lösung

Da das Datum mit festgeschraubter Datumplatte klemmte, wurde die Schraube über der Datumraste D weggelassen. Da das Datum immer noch hakte, wurde es so lange per Schnellschaltung verstellt, bis die Zähne der Datumscheibe so weit verformt waren, daß sie an der klemmenden Raste hin und wieder vorbeikamen.
  Bild 5

Der winzige (in Bild 5 stark vergrößerte) Datumkorrektor B hält normalerweise ewig. Aber er wird über noch winzigere Pfosten auf der Unterseite betätigt, und die sind dabei wohl irgendwann abgebrochen. Also wurde das Ding weggelassen - es geht schließlich auch ohne Schnellschaltung.

Ein Uhrmacher geht davon aus, daß eine Uhr funktionierte, als sie die Fabrik verließ. Bei Fehlfunktionen sorgt er einfach dafür, daß der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt wird. Der Lösungsweg des Uhrkrachers ist anders: Er murkst so lange an der Uhr herum, bis sie zufällig funktioniert - oder auch nicht.

Bild 6

Bild 7
Zurück zu dem Wurzeln

Frisch gewaschen und gefönt, und nach dem Erneuern von Datumscheibe, -platte und -korrektor präsentiert sich das Werk wieder so wie vor dem Eingriff des Kesselflickers.

Die Datumscheibe ist zwar nicht die gleiche wie zuvor, aber es gab für dieses Werk nun einmal verschiedene, und man kann  50 Jahre nach der Herstellung froh sein, wenn man überhaupt noch irgend eine findet. Dazu paßt die versilberte Scheibe besser zum versilberten Zifferblatt als die weiße.
Abrechnung  (vgl. Service-Preise)  
EUR  10,--   Aus- und Einbau von Werk, Zifferblatt und Zeigern
EUR    8,--   Teildemontage zum Auswechseln der zu langen Schraube
EUR  20,--   Diagnose, Demontage, Montage der Datum-Mechanik
EUR    6,50  Datumkorrektor
EUR  14,50  Datumscheibe
EUR  19,60  Datumplatte

EUR  77,60  Gesamtkosten  (in 2010)
Das sind nur die direkt durch die zu lange Schraube verursachten Kosten. Für weitere EUR 35,-- wurde das Werk gereinigt und geölt. Nur so konnte man sicher sein, daß nicht Späne der Datumscheibe die Uhr irgendwann zum Stehen bringen. Das macht zusammen EUR 112,60. Ohne Pfusch hätte der Service nur EUR 61,--  gekostet. Aber so kostete die Uhr zusammen mit dem Einkaufspreis EUR 201,60 und die kamen beim späteren Verkauf nicht zurück.

Murks ist also selbst geschenkt zu teuer.
Nach oben Nach oben
 

Uhr läuft nicht
 
   Bild 1
Vergößern der Bilder durch Anklicken möglich
ebay-Verkäufer: harrybr67, Artikel 230466699214:
Alpina Taschenuhr
Zuschlag: 2.5.2010 für EUR 35,50
Originaltext: "Leider läuft sie nicht. Ich habe keine Ahnung wieso nicht, da ich die Uhr nicht aufbekomme. Deshalb verkaufe ich die Uhr ausdrücklich als DEFEKT."


Der schöne Schein

Bild 1 zeigt eine perfekt erhaltene Uhr ohne sichtbare Nutzungsspuren.

Ein erfahrener Sammler erwartet bei äußerlich so gutem Zustand schlimmstenfalls eine gebrochene Unruhwelle. Aus Kaufpreis, Porto und Kosten für den Ersatz der Unruhwelle würde sich dann ein Gesamtbetrag von ca. EUR 120,-- ergeben, ein attraktiver Preis für eine ungetragene Uhr von etwa 1940. Und wenn man Schwein hätte, wäre es nur die berümte Kleinigkeit, und damit lohnte die Spekulation.
  Bild 2
Die häßliche Realität

Nach Öffnen des Bodens wurde deutlich, warum die Uhr nicht so recht läuft: Bild 2 zeigt anstelle eines defekten Uhrwerks eine für Demonstrationsmuster gefertigte Platte mit Bohrungen für die Zifferblattfüße, eingenieteten Pfosten A für die Zeiger und einer Feder B, die die Aufzugwelle hält. Die Dummy-Platine ist sogar für mehrere Kaliber konzipiert, wie die Körnermarken C für andere Bohrungen zeigen.

Das Problem


Das ist keine Uhr, sondern ein Dummy. Ein normaler Verkäufer hätte gesagt: "Sorry, mein Fehler - ich nehm's zurück". Oder er hätte einen fairen Preis für das leere Gehäuse mit Zifferblatt ausgehandelt. Man kann daraus aber auch einen Betrug machen: Mit Hinweis auf den Verkaufstext (ich habe doch erwähnt, daß die Uhr nicht läuft), lehnte der Verkäufer jeden Kompromiß ab.

Nicht beachteter eigener Rat:
Nie eine Uhr ohne Uhrwerk-Foto kaufen.

Nach oben Nach oben
 

Boden nicht zu öffnen

 



Bild 1

Bild 2
Vergößern der Bilder durch Anklicken möglich
ebay-Verkäufer: wein1939, Artikel 230315529178:
Universal Geneve 1969
Zuschlag: 26.12.2008 für EUR 197,89
Originaltext: "Läuft genau...bekomme den Boden nicht ab...."

Bild1 zeigt die Uhr im April 2011, aber mit Ausnahme eines Glases mit Rissen sah sie 2008 nicht anders aus. Und wirklich, selbst mit all meinen teuren Gehäuseöffnern bekam ich den Boden auch nicht ab, und bei einem genau passenden Schlüssel brach sogar der Griff ab.

O.k., die Zeitwaage zeichnete eine schnurgerade Linie - also kein feststellbarer Verschleiß, und die Uhr entsprach äußerlich dem, was die die Fotos des Verkäufers versprachen. Also gab ich eine positive ebay-Bewertung ab und legte die Uhr erstmal beiseite.

Ein Jahr später erinnerte ich mich an das Schätzchen und sattelte erstmals einen Superspezial-Öffner (Bild 2): Eine ausreichend schwere Drehmaschine, ein Plastik-Presseneinsatz, ein Holzklotz, ein Hammer. Was immer man damit behandelt, es geht auf, und zwar ohne großartige Öffnungsspuren.

Bild 3

Bild 4

Keine Überraschung

Bild 3 zeigt den Grund für den bombenfesten Boden: Er war mit Epoxidkleber verklebt.

Richtige Überraschung

Bild 4 zeigt, daß der Boden nicht verklebt war, weil ein Teil der Dichtung fehlte, sondern um zu verhindern, daß jemand zu früh nach dem Kauf in die Uhr schaut - hat ja auch geklappt. Die komplette Mikro-Rotor-Anordnung fehlte, und ich wende nie verstehen, aus welchen Grund eine so hochwertige Uhr derart teilamputiert wurde. Diese Teile sind unkaputtbar - mit Wolframcarbid-Gewicht und Kugellager. Die fehlenden Teile werden also fast nie gebraucht, und entsprechend schwer sind sie zu beschaffen, zumindest wenn sie erschwinglich sein sollen.
  Bild 5 Die Lösung

Bild 5 zeigt die einzige Lösung: Die fehlenden Teile würden sicher irgendwo auf der Welt zu finden sein, und bei einem Teil würde man diesen mühsamen Weg auch gehen. Aber hier wurden mehrere Teile benötigt, und damit ist die Suche nach einem Werk oder einer Spender-Uhr der einzig gangbare Weg. Auch nicht einfach, aber machbar, wenn man den Markt sowieso ständig beobachtet.

Aber auch dies dauerte noch ein Jahr, aus folgenden Gründen:
1) Das Universal 69 gehört zu den selteneren Kalibern, jedenfalls im Vergleich zu den Vorgängern 215, 218 oder dem Nachfolger 1-69.
2) Die meisten nackten Werke stammen aus Golduhren mit unzureichendem Schutz des Werks. Sie sind also oft korrodiert. Da das zu ersetzende Werk in gutem Zustand ist, sollte das Ersatzwerk oder zumindestens die benötigten Teile in ähnlich gutem Zustand sein.
3) Aufgrund der ausgetrockneten Teile-Quellen ist selbst rostiger Schrott teuer.

Egal, es wurde ein Werk gefunden und nach einem Service in die Uhr transplantiert.
Abrechnung  (vgl. Service-Preise)  
EUR 202,39  unvollständige Uhr einschl. Versand
EUR 101,00  nacktes Uhrwerk einschl. Versand
EUR   54,00  Standardservice Automatic
EUR     9,00  Mehrpreis Datum
EUR   12,50  Glas Kunststoff rund armiert
EUR     4,00  Dichtung Boden erneuern
EUR 382,89  Gesamtkosten  (in 2011)
Etwas viel, aber mit Service und Garantie noch akzeptabel (wenn man das Theater nicht rechnet). Weil diese Sache Fotos und Daten fürs Archiv lieferte, und weil das ausgetauschte Teil-Uhrwerk in Zukunft vielleicht als Teilespender taugt, muß der Verkaufspreis nicht alles abdecken.
     Immerhin, die Uhr wurde verkauft, und das Höchstgebot deckte glücklicherweise alle Kosten, aber natürlich nicht die hineingesteckte Arbeit; aber die kann man als Hobby betrachten

Nicht beachteter eigener Rat:
Nie eine Uhr ohne Uhrwerk-Foto kaufen.
Home Nach oben Nach oben
 
 


bidfun home
...die kostenlose Alternative
Dr. Roland Ranfft
Erkelenzer Str. 98
41844 Wegberg
Deutschland
Tel.   +49 (0)1575 2840629

email: info@ranfft.de
Letzte Änderung:  14.5.2016