Home  Ranfft
 Uhren
Rosa Seiten
für Uhren

.
Home
Deutsch
English
Rosa Seiten

Marken-Shops
Einliefern
So geht's
Zustand von Uhren
Rund um die Uhr
Links
.
 
Info-Seiten: Fliegende Blätter

Eine Baustelle werden diese Seiten immer bleiben, denn hauptsächlich werden in loser Reihenfolge Themen behandelt, die sich durch Diskussionen per email oder in Uhren-Foren ergeben haben. Manche Beiträge gibt es deshalb auch nur auf den englischen Info-Seiten. Immerhin, ein wenig Ordnung gibt es schon: Umfangreichere Themen bekommen separate Seiten, und die wichtigsten Themen gibt es in Deutsch und Englisch.

  Inhalt
Anfänger
Automatic für Jedermann
Baujahr und Herkunft
Bewertung von Uhren
B-Uhren
Die zweite alte Uhr
Ebay-Albtraum
Federbruch
Ferndiagnose
Glasenuhr
Lagenjustierung
Laufen oder Stehen?
LED-Uhr
Marktdaten
Schaltrad kontra Nockenschaltwerk
Service für Uhren
Steine in Werken
Titangehäuse
Uhrengläser
Uhrwerke
Uhrwerk-Maße, Umrechnung
Unadjusted
US-Importcodes
Wasserdichte Armbanduhr
 

Marktdaten

Uhrwerke
Das Archiv über Uhren, Schmuck und damit zusammenhängende Artikel, beschränkt sich bis auf wenige Ausnahmen auf die von Ranfft-Uhren angebotenen Artikel, einerseits um Auseinandersetzungen über Urheberrechte zu vermeiden, andererseits um einen einheitlichen Zusammenhang zwischen Artikel und Preis zu gewährleisten.
    Der Kleinuhr-Teil wird schnell genug wachsen, um den Wert bestimmter Uhren einzuschätzen. Nebenschauplätze wie Großuhren, Schmuck, Literatur und Zubehör sind noch etwas unterbelichtet. Aber vielleicht findet sich ja jemand, der hier für etwas Leben sorgt.
    Viele Beschreibungen enthalten auch Informationen zu Geschichte und Technik einer Uhr bzw. ihres Herstellers, so daß man auch hierfür Antwort auf einige Fragen erhält, wenn man einen geeigneten Begriff in die Suchfunktion eingibt.
    Bei den Artikeln ist jeweils der Mindestpreis und das Höchstgebot angegeben, dazu auf welchen Marktplatz er angeboten wurde. Fehlt das Höchstgebot, so wurde auf den Artikel nicht geboten, weil z.B. der Mindestpreis die Bieter erschreckt hat. Da auch dies eine Marktinformation ist, gehören auch solche Artikel ins Archiv. Außerdem kann eine Uhr nichts dafür, wenn sie den Besitzer nicht wechselt - sie kann ja als Informationsquelle trotzdem interessant sein.
 


Im Archiv werden neben Marktdaten auch Uhrwerke gesammelt. Zu jedem Werk werden soweit bekannt die wichtigsten Funktionen, technische Daten und Bemerkungen über Geschichte, Fertigungsmengen sowie besondere Merkmale angegeben. Dazu gibt es ein oder mehrere illustrierte Beispiele mit Angabe des Baujahrs, der Signaturen und der Stoßsicherung.
Für die meisten Angaben ist keine Erläuterung nötig, wohl aber für folgende:
Durchmesser D
Zusätzlich zum Nenndurchmesser in Linien oder US-size nach dem Lancashire Gauge wird ein Durchmesser in mm wie folgt angegeben:
D nicht spezifizierter Wert aus fremdem Quellen, meist der Nenn- oder Montagedurchmesser.
Dn Nenndurchmesser, berechnet aus dem Durchmesser in Linien oder aus dem US-size. Der Durchmesser in Linien bezeichnet üblicherweise den maximalen Montagedurchmesser Das US-size orientiert sich am etwas größeren Außendurchmesser (s. unten).
Dm Montagedurchmesser. Mit diesem Durchmesser muß das Werk in die Montageöffnung des Gehäuses oder des Werk-Paßrings passen. Er ist deshalb etwas kleiner als Dn.
Do Außendurchmesser, also der größte Durchmesser des Werkes. Die meisten Werke haben einen Flansch etwas größer als Dm, mit dem sie auf  Gehäuserand oder Paßring aufliegen.
Für Formwerke werden entsprechend zwei Maße angegeben.
    Die von Herstellern genannten US-size-Maße sind üblicherweise präzise, weil Werke und Gehäuse weitgehend genormt waren. Die Herstellerangaben in Linien sind manchmal nur Wunschvorstellungen: Bei kleinen Werken werden zu kleine Maße angegeben und bei großen Werken zu große. Bei Abweichungen unter 0,25''' wird die Herstellerangabe beibehalten. Bei größeren Abweichungen werden die tatsächlichen Maße auf 0,25'''-Schritte auf- oder abgerundet.

Höhe H
Entweder aus fremden Quellen (z.B. Hersteller) oder aus eigenen Messungen. Üblicherweise wird die Konstruktionshöhe angegeben, also der Abstand zwischen Auflagefläche des Zifferblattes und der höchsten Platine, Brücke oder Kloben auf der Rückseite, bzw. dem Rotor bei Automatics. Teile wie Schraubenköpfe, Chatons, Rücker oder herausragende Zapfen werden nicht berücksichtigt, denn man kann sie leicht so ändern, daß im Gehäuse wirklich nur die Konstruktionshöhe benötigt wird. Manchmal ragen Aufzugräder oder Rotorlager von Automatics über die so bestimmte Höhe hinaus. Ist dieser Unterschied bemerkenswert, wird er angegeben, damit ein Vergleich mit Angaben von Herstellern oder in der Literatur möglich ist.
Gangreserve
Entweder aus fremden Quellen (z.B. Hersteller) oder aus eigenen Messungen. Die Messung wird auf ganze Stunden abgerundet, und da die Exemplar-Streuung ist groß ist, wird zusätzlich eine Stunde abgezogen. Natürlich werden für solche Messungen nur Uhrwerke herangezogen, die sich im Originalzustand und in einem guten Wartungszustand befinden. Falls mehrere solche Werke untersucht wurden, wird die kleinste abgerundete Gangreserve angegeben.
 

Bewertung von Uhren

Ferndiagnose
Marktdaten über Uhren werden von vielen Leuten gesammelt und manche Dateien sind jedermann zugänglich. Wirklich nützlich sind allerdings nur solche Daten, bei denen die jeweilige Uhr auch hinreichend genau beschrieben ist - nicht nur hinsichtlich Herkunft, Art und Eigenschaften, sondern auch des Zustandes. Ein sehr umfangreiches Archiv dieser Art bietet das Auktionshaus Henry's, aber auch auf diesen Seiten gibt es ein Archiv, dessen Umfang langsam wächst.
      Archive wie www.uhrenpreisspiegel.de und www.uhrenpreise.de bieten ebenfalls gute Marktübersichen. Allerdings ist die Beurteilung des Zustandes schwieriger, denn die Daten stammen aus verschiedenen Quellen mit unterschiedlichen Beurteilungsmaßstäben.
      Solche Archive, aber auch die Beobachtung verschiedener Auktionen und Börsen nutze ich, wenn ich den Marktwert von Uhren einschätze, die ich zur Auktion eingereicht bekomme.
     Mindestens ebenso wichtig ist die Beurteilung des Zustandes, die aber recht gut gelingt, wenn man die Uhr wirklich in der Hand hat, moderne Geräte zur Verfügung stehen und notfalls ein erfahrener Uhrmachermeister hilft.
      Wer sehr viel Erfahrung hat, kann sich auch bei  ebay orientieren. Allerdings findet man dort selten brauchbare Zustandsangaben und entsprechend wenig aussagekräftig sind die Ergebnisse. Hinzu kommt, daß bei ebay Verkäufer wie Bieter alt und verschlissen oft gleichsetzen mit antik und wertvoll. Schrott wird so überbewertet und die Bewertung gut erhaltener Uhren ist ausgesprochen unsicher.
Eine Ferndiagnose über Wert und Zustand einer Uhr kann und werde ich nicht geben. Habe ich nur ein paar Informationen zur Uhr und dazu mehr oder weniger aussagekräftige Fotos, so kann ich kaum mehr tun als die links genannten Archive zu durchforsten. Diese lästige Arbeit kann jeder selbst tun und ich werde sie niemandem streitig machen.
      Eine weitergehende Beurteilung ist nur möglich, wenn man die Uhr wirklich untersuchen kann. Diese Dienstleistung bietet oftmals der Uhrmacher oder Juwelier vor Ort, aber man darf sie nicht kostenlos erwarten, wenn man dort nicht auch sonst guter Kunde ist.
Ich biete diese Dienstleistung nicht an - auch nicht gegen Bezahlung.
      Die Rosa Seiten sind Teil meines Sammler-Hobbys und wurden als Service für Sammler und Liebhaber von Uhren ins Leben gerufen. Man kann den Handelsplatz kostenlos selbst nutzen oder sich gegen Bezahlung die Abwicklung abnehmen lassen. Es gibt altenative Möglichkeiten, allen voran ebay. Uhren, die für Sammler wenig interessant sind, lassen sich wohl besser dort verkaufen, denn es gibt dort Teilnehmer, die alt und verschlissen mit antik und wertvoll gleichsetzen, und es ist nicht illegal, dies zu nutzen. Ich helfe allerdings nicht bei der Bewertung von Uhren für den Verkauf bei ebay.
 

Lagenjustierung

Die Schwingfrequenz der Unruh (Turbo- oder  Schneckengang) hängt von der Lage der Uhr in zweierlei Weise ab: 
1) Eine Unwucht der Unruh sorgt bei aufrecht stehendem Werk dafür, daß die Frequenz von der Lage der Uhr abhängt, d.h. davon, ob sich z.B. die Krone rechts, links, oben oder unten befindet. 
      Leider ist es mit dem sorgfältigen Auswuchten der Unruh auf einer  Unruhwaage nicht ganz getan, denn auch die Spirale trägt in komplizierter Weise zur Unwucht bei. Dieser Effekt muß daher bei montierter Unruh z.B. durch Verstellen von Gewichtsschrauben am Unruhreif ausgeglichen werden, und zwar solange, bis ein Drehen der Uhr den Gang nicht mehr beeinflußt. Uhren, bei denen diese Arbeit mit mehr oder weniger Erfolg durchgeführt wurde, werden meist mit "justiert in 3 Lagen" bezeichnet;  zwei Lagen genügen nicht, da sie zufällig zur gleichen Frequenz führen könnten. 
2) Noch mehr Arbeit macht der Unterschied der Reibung zwischen aufrecht stehendem und liegendem Werk. Je nachdem, ob das Gewicht der Unruh vom Zapfenumfang (Werk aufrecht) oder vom Zapfenende (Werk liegend) getragen wird, ergibt sich eine unterschiedliche Reibung, was ebenfalls zu Frequenzabweichungen führt.
Ausgleich wird nun dadurch erreicht, daß man die Wölbung der Zapfenenden ändert (ein flaches Zapfenende führt zu größerer Reibung als ein gewölbtes). Seriös wird eine Uhr als " justiert in 5 Lagen" bezeichnet, wenn auch dieses mühsame Geschäft erledigt wurde. 
Leider sagt die Lagen-Signatur nichts über die Qualität der Justierung aus. Deshalb wird in der Literatur auch so oft erwähnt, wer die Justierung einer besonders präzisen Uhr durchgeführt hat. Mit dem Rücker (oder edler: der Feinreglage) hat dies alles nichts zu tun. Diese Elemente dienen nur dazu, Fehler auszugleichen, die z.B. durch die Tragegewohnheiten entstehen. Man kann daran ziemlich unbedarft drehen, denn die Qualität der Justierung bestimmt weniger die Frequenz selbst als deren Stabilität über einen längeren Zeitraum.

 

Steine in Werken

Die Genauigkeit und Langlebigkeit einer Uhr werden hauptsächlich durch die Teile beeinflußt, die am hektischsten herumzappeln: Die Unruh und der Anker. Deshalb wird die Unruh so perfekt wie möglich gelagert, also mit zwei Lochsteinen und zwei Decksteinen, die das Axialspiel begrenzen. Dazu gibt es einen Stein zur Kopplung zwischen Unruh und Anker, schließlich zwei Hebesteine am Anker. Das macht zusammen 7 Steine und genügt eigentlich. Die Basisausführungen vieler amerikanische Taschenuhren hatten 7 Steine und waren durchaus von ernstzunehmender Qualität.
    Die Verbesserungen bezüglich Reibung und Lebensdauer, die man mit weiteren Steinen erreicht, sind nicht umwerfend. Eine Uhr, die je zwei Steine für die Lagerung von Anker, Ankerrad, Sekundenrad und Zwischenrad (Kleinbodenrad) hat, kommt auf 15 Steine und läßt kaum den Wunsch nach mehr Steinen offen (Beispiel: Lange).
    Wird auch das Minutenrad in Steinen gelagert, so sind es 17 Steine - die übliche Zahl für eine Qualitätsuhr (Beispiel: Omega). Aber beim hoch belasteten Minutenrad scheiden sich  schon die Geister. Steinlager haben hier auch Nachteile, und Firmen, die nicht mit Steinzahlen werben müssen, setzen allenfalls beim weniger belasteten Lager einen Stein ein, macht 16 Steine (zu finden bei IWC, Lange oder Patek-Philippe, Beispiel: IWC).
Oft haben Armbanduhren mit 17 Steinen anstelle der Minutenradsteine Decksteine auf beiden Ankerradlagern (Beispiel: Gruen) oder nur auf der Bodenseite von Anker- und Sekundenrad - beides sinnvoller als beim Minutenrad.
    Darüber geht der Luxus los. Eine Uhr mit Decksteinen auf Anker- und Sekundenrad hat 21 Steine, die magische Zahl einer Qualitätsuhr. Aber auch hier begnügte sich mache Nobelfirma mit 19 Steinen, weil man Steine als ungeeignet fürs Minutenrad empfand (Beispiel: Patek Philippe).
    Natürlich kann man auch im Automatic-Aufzug Steine verbraten und so hat das "Volkswerk" ETA 2824-2 meist 25 Steine (Beispiel) und Roamer bringt es mit Rubin-Kugeln im Kugellager sogar auf 44 Steine (Beispiel), von denen keiner wirklich sinnlos ist. Einen riesigen Vorteil hat das nicht, denn das einzig wirklich belastete Lager ist in modernen Werken ein Kugellager und Werke mit 17 Steinen zeigen, daß der Automatik-Aufzug auch ohne Steine das letzte ist, was den Geist aufgibt.
    Ein Sonderfall sind Modul-Chronographen. Hier wird im filigranen Chronographenmodul so ziemlich alles in Steinen gelagert. Mit gemischten Erfolg wird so weitgehend Wartungsfreiheit erreicht und Uhren dieser Art haben respektable Geröllhalden um 40 bis 50 Steine
  

Wasserdichte Armbanduhr

Moderne hochwertige Uhrwerke sind bereits recht robust; es wird wohl eher der Arm des Trägers brechen als ein Unruhzapfen. Hauptfeind der Uhr ist danach Wasser. Eine Uhr muß also möglichst dicht sein. Dies ist beim Gehäuseboden recht einfach: Selbst ein stabiler Druckboden mit Kunststoff-Quetschdichtung erfüllt diesen Zweck. Zuverlässiger dichtet allerdings ein Schraubboden mit Ringdichtung. Bei beiden Versionen wird allerdings die Dichtung beim Schließen des Gehäuses sehr stark verformt. Dies wird vermieden, wenn der Boden mit mehreren Schrauben befestigt ist; hier wird die Dichtung nur zusammengedrückt. Allerdings sollte ein solcher Boden entweder sehr massiv sein oder sehr viele Schrauben haben.
    Die Abdichtungsverfahren beim Glas sind die gleichen wie beim Boden. Allerdings gibt es ein zusätzliches Problem: Kunststoffe sind grundsätzlich wasserdurchlässig. Es ist zwar wenig, was durch den Kunststoff diffundiert (durchsickert) und bei Dichtringen spielt es auch kaum eine Rolle, wenn sie zwischendurch trocknen, aber durch die große Fläche eines Kunststoffglases kommt im Laufe der Zeit doch einiges durch.
    Am ehesten verschleißt die Kronendichtung. Eine dichte Uhr sollte deshalb ein Automatic-Werk haben, denn tägliches Aufziehen  killt jede Kronendichtung. Natürlich muß die Krone dennoch abgedichtet sein, am besten durch Verschraubung. 
    Gelegentlich wird eine Gasfüllung zum Schutz des Werkes propagiert. Das ist wenig sinnvoll, denn ebenso wie Wasser (nur schneller) sickern Gase durch Kunststoffdichtungen. Die winzige Gasfüllung ist also ziemlich schnell verschwunden.  Eine wirklich gasdichte Dichtung (z.B. aus Metall und/oder Keramik) ist ein teurer Einwegartikel und daher ungebräuchlich.

Prüfung auf Dichtigkeit
Teuer ist es nicht, eine Uhr auf Dichtigkeit zu prüfen; es macht  wenig Arbeit, aber man sollte schon bedenken, daß ein Uhrmacher die teuren Geräte dafür nicht aus Jux kauft - irgendwer muß sie bezahlen.
    Im wesentlichen gibt es drei Verfahren, und über deren Aussagekraft wird ausgiebig gestritten. Alles in allem kann man sagen: Eine Uhr die überhaupt dicht ist, hält in aller Regel auch die Drücke aus, für die sie konstruiert ist. Ist sie undicht, so ist sie es auch schon bei geringem Über- oder Unterdruck.
1) Prüfung mit Überdruck und Wasser: Die Uhr wird in einen teils mit Wasser gefüllten durchsichtigen Behälter gesteckt. Zunächst bleibt sie über Wasser und der Behälter wird unter Druck gesetzt. Ist die Uhr undicht, gelangt Luft hinein. Taucht man sie nun ins Wasser und läßt den Druck ab, so blubbert die zuvor hineingedrückte Luft heraus. Vorteil: man sieht, wo die Uhr undicht ist, Nachteil: Schweinkram und man sollte ein Lederband abnehmen
2) Prüfung mit Überdruck ohne Wasser: Die Uhr wird in einem Behälter unter Druck gesetzt. Ist sie dicht, so wird das Gehäuse zusammengedrückt und das kann mit einem Meßtaster erfaßt werden. Ist sie undicht, so pfeift die Luft durch die undichte Stelle und die Dicke der Uhr bleibt unverändert. Vorteil: Prüfung unter Herstellerbedingungen, Nachteil: teures Gerät.
3) Prüfung mit Unterdruck ohne Wasser: Im Prinzip so wie oben. Vorteil: es genügt eine billige Membranpumpe (Massenartikel aus dem Aquarien-Bedarf), Nachteil: unrealistische Messbedingungen.
    Mit empfohlenen Prüfabständen ist es so eine Sache. Wer ist verantwortlich, wenn die Uhr heute geprüft  und morgen undicht wird? Die Zwischenprüfung ist also Quatsch. Schwachstelle ist die Kronendichtung; sie hält bei einer Handaufzug-Uhr nur kurz und man sollte damit nicht ins Wasser gehen. Bei einer Automatic wird die Krone selten betätigt und darüber freut sich die Dichtung. Bei einer Schraubkrone hält die Dichtung ziemlich ewig, wenn man sie nicht regelmäßig mit Gewalt zuknallt.
    Wichtiger ist, beim Service auf Prüfung und ggf. Erneuerung der Dichtungen zu bestehen. Und bei einer Uhr, die man regelmäßig im Wasser nutzt, sollte man auch zwischendurch mal die Dichtungen prüfen bzw. erneuern lassen (und nicht nur die Uhr auf Dichtigkeit prüfen).
    Zu guter letzt: Eine ertrunkene Uhr ist keine Katastrophe, wenn sie in kürzester Zeit zum Uhrmacher kommt. Am besten behält man sie solange am Arm, denn dann schlägt sich das Wasser an der kältesten Stelle (unter dem Glas) nieder und schadet dem Werk nicht. Das schlimmste, was man tun kann, ist die geschlossene Uhr auf die Heizung zu legen: Das Wasser verteilt sich in der Uhr und die Wärme beschleunigt die Rostbildung. Kommt man nicht sofort zum Uhrmacher, gibt es eine feine Notlösung: Den Gefrierschrank - er ist überhaupt zur Aufbewahrung einer Uhr besser geeignet als das feuchte und warme Handgelenk.
  

Titangehäuse

Uhrengläser
Schwach legiertes (fast reines) Titan läßt sich problemlos verarbeiten, ist aber auch nur so hart wie Edelstahl (allerdings wesentlich leichter). Es gibt aber wesentlich härtere Legierungen. So ist z.B. die Legierung TiAl6V4 (Werkstoff-Nr. 3.7165) etwa doppelt so hart (ca. 310HB) wie Edelstahl; sie kommt aber aufgrund der schwierigen Verarbeitung nur für teure Uhren in Frage.
    Dennoch gibt es einen grundsätzlichen Vorteil:
Da Titan leichter ist, wird bei einem harten Stoß weniger Energie in Verformung umgesetzt. Schon dadurch ist das Titangehäuse in der Praxis wirklich härter im nehmen.
    Ansonsten ist es nicht das vergleichsweise weiche Titan, sondern die typische graue und extrem harte Oxidschicht, die ein Titangehäuse ewig jung aussehen läßt. Übrigens sieht metallisches Titan etwa aus wie Silber, aber nicht sehr lange, da es schnell oxidiert.
Die Sache hat aber einen Nachteil: Das sehr harte Titanoxid sitzt auf einem weicheren Kern (dem Titan). Wenn man nun gegen einen härteren Gegenstand (z.B. Stein) stößt, bricht die harte Schicht und es entsteht eine Macke, die sich logischerweise nicht einfach wegschleifen läßt.
1) Kunststoffglas: Es zerkratzt leicht, ist aber auch leicht zu polieren und billig zu ersetzen. Es zerbricht nur schwer und wenn es bricht, hinterläßt es meist keine Schäden auf dem Zifferblatt. Es ist jedoch wasserdurchlässig (siehe: wasserdichte Armbanduhr). 
2) Mineralglas: Es ist dicht, billig und wesentlich kratzfester als Kunststoff. Allerdings lassen sich Kratzer kaum beseitigen und beim Bruch wird oft das Zifferblatt beschädigt. 
3) Saphirglas: Es besteht aus synthetischem Saphir und ist entsprechend hart. Die hohe Kratzfestigkeit macht diese Gläser besonders alltagstauglich. Aber dafür ist das Material spröde und weniger schlagfest als gehärtetes Mineralglas. Saphir kann nicht durch Erhitzen geformt werden, sondern muß mit Diamantwerkzeugen in die endgültige Form gebracht werden. Dies ist der Hauptgrund für den hohen Preis.
4) Gewölbte Gläser: Kunststoffgläser sind praktisch immer gewölbt, da sich nur so ausreichende Stabilität ergibt. Dieser Vorteil der Wölbung gilt auch für die anderen Gläser, denn bereits eine  leichte Wölbung sorgt dafür, daß Belastungen, die bei einem ebenen Glas zum Bruch führen, in Druck umgesetzt werden, den alle verwendeten Werkstoffe besser als Biegung aushalten. 
    Dieses Prinzip wird seit U(h)rzeiten im Brückenbau verwendet: Als es noch keine biegefesten Werkstoffe gab, hat man Bögen gemauert; und diese stehen noch nach einigen tausend Jahren (im Gegensatz zu mancher Beton-Brücke). 
    Der Glas-Rolls-Royce ist also das gewölbte Saphirglas, es sorgt aber im Gegenzug leider für Ebbe im Geldbeutel.
 

Laufen oder Stehen?

Unadjusted
Leider geistert durch die Uhrenszene immer noch der Dummspruch "Wer rastet, der rostet". Dieser Spruch soll wohl bei der Überwindung natürlicher menschlicher Faulheit helfen - für Uhren ist er einfach Quatsch.
       Was sich bewegt, das verschleißt, und das gilt gleichermaßen für die Lager und die Triebfeder (siehe Federbruch). Bei regelmäßiger Wartung halten Uhren zwar fast ewig, aber wenn sie kühl und trocken stehen, eben noch ewiger.
       Aber für einen Sammler stellt sich die Frage eigentlich gar nicht. Hat man mehrere Uhren, und schleppt nicht ständig alle an Gelenken und in Taschen mit sich herum, so läuft die einzelne ohnehin nur selten mal ein paar Tage. Immer vorausgesetzt, daß man seine Uhren nicht vergammeln läßt, spielt also Verschleiß keine nennenswerte Rolle.
also unjustiert (unreguliert). Natürlich ist die Ganggenauigkeit einer Uhr mit dieser Beschriftung justiert worden. Wie so vieles, hat der Hinweis "unadjusted" nur etwas mit gehobenem Bürokraten-Schwachsinn zu tun. 
    In der EU gibt es Erbsenhirne, die Vorschriften über die Krümmung von Bananen und Gurken ersinnen. Solche genetischen Fehlbildungen sind natürlich nicht auf Europa begrenzt - es gibt sie auch in den USA: 
    Dort gilt eine Uhr als US-Produkt, wenn sie (zumindest offiziell) in den USA reguliert mit einem Gehäuse versehen wird. Da für US-Produkte kein Zoll erhoben wird, kann man eben Geld sparen. Deshalb werden Uhrwerke, die u.a. in die USA exportiert werden, schon vom Hersteller mit der Aufschrift "unadjusted" versehen. Damit auch ja kein Zweifel aufkommt, steht vielfach in Gehäuse noch "cased and timed in U.S.A.", (montiert und reguliert in U.S.A.) So kann man eine Uhr letztlich allein durch den Einbau des Werks ins Gehäuse zu einer amerikanischen Uhr machen. Dabei können Werk und Gehäuse durchaus im Ausland gefertigt worden sein. 
    Und jetzt der Hit: Wenn Sie eine so gekennzeichnete deutsche Uhr in den USA kaufen, müssen Sie bei der Einfuhr Zoll bezahlen. Das deckt mit EUR 0,80 pro Uhr zwar kaum die Kosten für die Zollabfertigung - aber es herrscht Ordnung.
 

Federbruch

LED-Uhr
Moderne Automatic-Federhäuser schützen sich ein wenig selbst, denn die "Schleppfeder" darin ist außen nicht fest mit dem Federhaus verbunden. Bei entspannter Feder erfolgt die Kopplung dadurch, daß sich die äußere Windung gegen das Federhaus preßt. Normalerweise ist am äußeren Ende der Feder ein vorgebogener Gleitzaum angebracht. Er erhöht die Haftreibung und mindert den Verschleiß; prinzipiell notwendig ist er nicht.
      Zieht man die Feder auf, so löst sich irgendwann die äußere Windung (bzw. der Gleitzaum) von der Federhauswand und fängt an zu rutschen. Abreißen durch zu festes Aufziehen ist also unmöglich. Diese Konstruktion soll aber eher den empfindlichen Aufzug schützen, denn der kracht weit früher als eine fest angesteckte Feder.
    Gefühlsmäßig denkt man, eine fest angesteckte Feder muß durch ständiges zu festes Aufziehen irgendwann abreißen. Wäre das richtig, so müßte sie an der schwächsten Stelle brechen, also an einem der beiden Enden. Die meisten Federn brechen aber irgendwo in der Mitte - also durch Materialermüdung (ständiges Auf- und Zubiegen) und nicht durch zu kräftigen Zug. Genau dieser Belastung ist aber auch die Feder der Automatik ausgesetzt, es sei denn man hat einen besonders unruhigen Schlaf und hält die Feder auch nachts bei Laune. 
      Federn brechen sehr früh (Materialfehler) oder sehr spät (Materialermüdung). Dazwischen lagen bei früheren Stahlfedern viele Jahre, bei modernen "bruchsicheren" Nivaflex-Federn sehr viele Jahre. Man merkt es aber in jedem Fall erst beim Aufziehen - daher das Vorurteil, daß die Feder beim zu kräftigen Aufziehen kaputt geht. Tatsächlich ist dies kaum möglich: Normalerweise bricht beim Versuch zuerst die Aufzugwelle und wenn die zu solide ist, brechen die Zähne irgendeines Rades des Aufzugs.

LED = Light Emitting Diode = Leucht-Diode. Solche elektronischen Bauteile leuchteten früher durchweg rot, heute in nahezu jeder gewünschten Farbe. Die Funktion ist kompliziert, aber man kann sie doch veranschaulichen:
    Man stelle sich eine kleine schräge Rampe vor. Rollt man eine Erbse die Rampe hoch, so kostet das Energie (Arbeit) - wenig, aber immerhin. Läßt man die Erbse am Ende der Rampe herunterfallen, so macht Sie "pöp-pöp-pöp---". Sie gibt einen Teil der Energie, die beim Hochrollen reingesteckt wurde, als Schallwellen wieder ab. 
    Ähnlich geht es mit Elektronen in einer Diode. Die Diode besteht aus zwei unterschiedlichen Materialien, die eine vergleichbare Rampe für Elektronen bilden. Steckt man elektrische Energie hinein, so werden die Elektronen gewissermaßen die Rampe hochgehievt. Gehen sie vom einen Material ins andere über, so ist das das "Herunterfallen", bei dem die Elektronen die Energie wieder abgeben. Schall geht aus verschiedenen Gründen nicht, also geben sie die Energie als Lichtwellen ab (statt Schallwellen). 
    Kurzum, man steckt elektrische Energie hinein und bekommt sie teilweise als Licht wieder heraus. Der Hit, es geht auch anders herum: Mit schubst die Elektronen mit Licht die Stufe der Rampe hoch und das Herabrollen auf der Schräge ist ein Strom. Man kann also Licht in Strom umwandeln. 
    Die Grünen finden das natürlich toll. Es gibt aber einen Haken: Man braucht für die Herstellung solcher Photodioden fast soviel Energie, wie sie im Laufe ihrer Lebensdauer aus dem Sonnenlicht herausholen. Außerdem ist die Fertigung ökomäßig ein ziemlicher Schweinkram. Politiker ficht das nicht an, aber dennoch: Gescheiter sind diese Dioden millionenfach aber winzig klein in Kameras untergebracht. 
    Zurück zu den Uhren: Solche mit LED-Anzeige waren ein ziemlicher Schuß in den Ofen. Sie kamen Anfang der 70er auf und wurden meist entsorgt, nachdem die Batterie leer war, denn das ging verdammt schnell. Die LEDs waren damals sehr schlechte Stromverwerter, und selbst mit modernen LEDs wäre eine solche Uhr nicht akzeptabel. Übrig gebliebene Exemplare sind daher heute nur Spielzeug für Sammler.
 

B-Uhren

Glasenuhr
"B-Uhr" ist die Kurzbezeichnung für Beobachtungsuhr, aber leider ist auch dies ein sehr weiter Begriff. Streng genommen handelt es sich um Uhren, die bei den verschiedensten Streitkräften zu Beobachtungszwecken verwendet wurden bzw. werden. Im etwas weiteren Sinne werden aber auch gewöhnliche Dienstuhren aus diesem Bereich als B-Uhren bezeichnet. Dies macht insofern Sinn, als ein Soldat kaum für jede Tätigkeit eine andere Uhr bekommt.
    Das Merkmal solcher Uhren ist ein konrastreiches gut ablesbares Zifferblatt mit Leuchtziffern und -zeigern. Meist ist es schwarz, damit bereits im Dämmerlicht ein Kontrast zu den Leuchtziffern entsteht. Diese Merkmale führen dazu, daß so manche Uhr mit schwarzem Leuchtzifferblatt als B-Uhr bezeichnet wird, auch wenn dieses Modell von keiner Armee der Welt je genutzt wurde. 
    Da B-Uhren ein sehr beliebtes Sammelgebiet sind, werden sie zu höheren Preisen gehandelt als normale Uhren, selbst wenn diese von der Technik und der Robustheit her vergleichbar sind. Wird einem also eine B-Uhr angeboten, so sollte man sich informieren, ob dieses Fabrikat tatsächlich als B-Uhr eingesetzt wurde, denn eine Gravur, die die Herkunft ausweist, kann problemlos gefälscht werden.
Der Tag an Bord eines Schiffes wurde bzw. wird in 6 Wachen zu je 4 Stunden eingeteilt, wobei jedes Mannschaftsmitglied zwei Wachen pro Tag Dienst macht. Die Glasenuhr dient zur Einteilung einer Wache in Stunden und halbe Stunden: je Stunde ein Doppelschlag und je halbe ein Schlag dazu.
      Dieser Zyklus beginnt um 0:00Uhr, d.h. je eine Wache wird um 4, 8, 12, 16, 20 und 24 (0) Uhr mit 4 Doppelschlägen (8 Schlägen) abgeschlossen und das Ganze beginnt von vorn mit einem Schlag nach der ersten halben Stunde. 
      Der Ausdruck "soundsoviel Glasen" kommt vom Wenden eines Stundenglases (Sanduhr) alle halbe Stunde.
 

Schaltrad kontra Nockenschaltwerk

Das Schaltrad im Chronographen ist eigentlich Geschichte. Die ersten Chronographen hatten nur einen Drücker (z.B. die Krone einer Taschenuhr). Dessen einzige Funktion, nämlich Drücken mußte über ein Progammschaltwerk in drei Funktionen (Start, Stop, Nullstellen) umgesetzt werden. Und dafür bot sich das Schaltrad an. Es wird mit dem Drücker schrittweise gedreht und die Kerben und Säulen darauf steuerten die Funktionen des Chronographen. Solche Schrittschaltwerke finden wir überall: In einfachster Form im Nachttischlampenschalter oder im Druck-Kugelschreiber, etwas komplexer etwa in Waschmaschinen (so sie nicht schon elektronisch gesteuert sind).
    Nach der Umstellung auf zwei Drücker wurde das Schaltrad ziemlich unsinnig. Es hat aber bis Ende der 40er Jahre gedauert, bis es jemand merkte (Landeron 48). Da gerade die nobleren Firmen besonders konservativ sind, behielten sie das Schaltrad bei. Und so kam es, daß allgemein die Schaltrad-Konstruktion als "besser" angesehen wurde - weil teurer. Sie mag in der Herstellung etwas teurer sein, technisch besser ist sie nicht - nur einfallsloser.
Daß tatsächlich Schaltrad-Chronographen meist leichter zu betätigen sind, liegt eben an der meist besseren Qualität - nicht am Prinzip. Ich hatte z.B. einige dieser putzigen Schleppzeiger-Chronographen von Dubey & Schaldenbrand in der Auktion ("Index-Mobile"). Sie basieren mesitens auf Landeron-Werken, also dem billigsten, was man damals bekam. Aber niemand hätte das nur aufgrund des Ausprobierens vermutet, denn sie schalteten leichter als ein durchschnittliches El Primero von Zenith (oder Rolex oder Ebel...). Man hatte sich mit dem Nachbearbeiten der Schaltwerkteile eben etwas Mühe gegeben und so den Beweis geliefert, daß Nockenschaltwerke nicht schwergängig sein müssen.
Es gibt auch das umgekehrte Beispiel: Der Seiko-Schaltrad-Chrono ist gewiß ein solides Stück Uhr, aber man braucht schon sehr dicke Finger dafür - dickere als für ein naturbelassenes Landeron 48.
  

Automatic für Jedermann

Von der Harwood, der ersten Serien-Automatic, bis zum Etarotor, der ersten Großserien-Automatic moderner Bauart war es ein mühevoller Weg.

Harwood . Etarotor

Nachfolgend gibt es eine kurze Beschreibung dieser Entwicklung mit Links zu den Beispielwerken. Wer mehr von den mühevollen Schritten zwischen Harwood und Etarotor wissen will, findet vieles in einem Artikel von Gisbert L. Brunner.
    In den 30er und 40er Jahren war AS so ziemlich der einzige Werkhersteller, der Automatics allgemein als Werk anbot. Nur Felsa fertigte mit geringem Erfolg die Pendel-Automatic Felsa 279 und kam erst 1942 mit einem erfolgreichen Werk. Sonst gab es nur wenige, meist unbrauchbare Konzepte, sowie einige Hersteller, die Pendel-Automatics für eigene Uhren entwickelten, z.B.  Eterna oder Omega:

Eterna 833 . Omega 342

Erst 1950 kam ETA mit dem "Etarotor"; bis dahin war der frei drehende Zentralrotor durch Rolex-Patente weitgehend tabu. Dabei war es eher eine Notlösung, ein Rotor-Modul auf ein kleines Damenuhrwerk zu schrauben, aber immerhin eine geniale:

Rolex 630, Rotor-Modul . Rolex 630, Basiswerk

Nur Felsa gelang es 1942 mit dem ersten beidseitig aufziehenden "Bidynator", das Rolex-Patent zu umgehen. Die Vorserie Felsa 410/415 (unten links) wurde noch im Jahr der Vorstellung duch die berühmte Familie 690 ersetzt (unten rechts).

Felsa 415 . Felsa 690

AS bot jedermann das AS 1049 (unten links) an. Es ist  kaum bekannt, weil es schon nach kurzer Zeit vom überarbeiteten AS 1049A ersetzt wurde. Es sind Weiterentwicklungen der Harwood-Automatic und wie diese ohne Handaufzug. Die erforderliche Rutschkupplung wanderte vom Pendel ins Federhaus, wo sie sich bei fast allen Automatics auch heute noch befindet. Beide Kaliber wurden fast ausschließlich von Mido verwendet. Eine Variante mit Handaufzug hatte zwar die Bezeichnung AS 1081, wurde aber ab 1935 unter der Bezeichnung Mido 816 (unten rechts) exklusiv für Mido gefertigt.

. Mido 816
Auch den ebenfalls ab ca. 1935 gefertigten Nachfolger AS 1171 und die Zentralsekunden-Variante AS 1172 sieht man selten als AS-Produkt:



Es gab ihn aber mehr oder weniger abgewandelt als exklusives Kaliber anderer Firmen, z.B. als Fortis 250.
Kein Wunder, entstand doch schon die Harwood durch Zusammenarbeit von AS, Fortis und Blancpain.

Fortis 250

Nach einigen Stationen Modellpflege war erst das AS 1250 ein richtiger Renner.

AS 1250

Natürlich gab es in dieser Entwicklung auch Sackgassen und die Pendel-Automatic war eine solche. Es gab aber noch exotischere Ideen, wie das Baumgartner 92 von 1951, bei dem der Pendel-Rotor wie ein Hammer auf eine sehr einfache Aufzugmechanik schlägt - genial, aber wohl kaum langlebig:

Baumgartner 90

Erst 1948 kam mit dem Damen-Kaliber Eterna 1194R die erste Automatic mit Kugellager-Rotor. Sie hatte bereits alle wesentlichen Details, die auch in heute gefertigten Automatics zu finden sind.





Baujahr und Herkunft

Es gibt ein paar Uhren, für die sich Baujahr und Herkunft einfach herausfinden lassen:
      Britsche Uhren sind üblicherweise mit dem Namen und oft sogar einer Adresse des Herstellers signiert. Dazu gibt es jährlich wechselnde Edelmetallstempel (hallmarks), mit denen das Herstellungsjahr genau bestimmt werden kann.
      Amerikanische Uhrwerke sind ebenfalls ausgiebig signiert und nummeriert. Und für die meisten Firmen gibt es Archive, die die Datierung anhand der Nummern erlauben. Und der Hersteller wird ja per Signatur angegeben.
      Es gibt auch ein paar führende europäische Hersteller, die Werke und/oder Gehäuse sorgfältig nummerierten, und die auch stolz genug waren, ihre Produkte zu signieren. Von einigen gibt es auch geeignete Archive, und man wird kaum Probleme haben, etwa eine Breguet, IWC, Lange, Omega, Patek-Philippe usw. zu datieren.
      Tafeln mit Edelmetallstempeln und viele Nummernarchive sind im Internet frei verfügbar. Allerdings ändern sich häufig die Adressen, weil diese Quellen von Sammlern im Rahmen des Hobbys bereitgestellt werden. Also wird man seine eigene Linkliste einrichten und pflegen müssen, nachdem man sich mit Suchmaschinen oder in Foren schlau gemacht hat. Speziell für amerikanische Uhren gibt es eine umtriebge Sammlergemeinde, die für gute Informationsquellen sorgt - selbst über kleinere Hersteller.
Für den größten Teil europäischer Uhren sieht es schlecht aus, und die Untersuchungen verlaufen meist enttäuschend. Während amerikanische Uhren um 1900 schon industriell gefertigt wurden, war es in Europa weiterhin üblich, daß kleine Werkstätten oder gar einzelne Uhrmacher Rohwerke kauften und daraus ihre eigenen Modelle kreierten - meist ohne jede Signatur, oft nur mit Phantasiesignaturen ohne jede Aussagekraft. Die meisten Uhren waren anonym und werden es auch bleiben, und selten gibt es eine Chance, den Hersteller herauszufinden.
      Viele Uhren erhielten auch eine Signatur des verkaufenden Juweliers auf Zifferblatt und/oder Staubdeckel. Mit etwas Glück existiert das Juweliergeschäft noch und mit sehr viel Glück bekommt man dort eine Auskunft über die Uhr.
      Oft wird geglaubt, daß Nummern oder geheimnisvolle Signaturen im Gehäuse weiterhelfen. Leider nur ein frommer Wunsch: Gehäuse wurden nicht industriell gefertigt und ihre Einzelteile waren nicht austauschbar, Also sorgte man mit einer gemeinsamen Nummer auf allen Teilen dafür, daß die Teile zusammengehalten wurden, und keiner kümmerte sich um die Archivierung solcher Nummern. Was immer sonst auf den Deckeln steht, sind Edelmetallstempel, technische Daten, Bedienungshinweise oder einfach nur Werbung - ohne jeden Bezug zu Datum und Ort der Fertigung.
      Immerhin, es gab immer Modetrends und die erlauben eine recht gute Datierung. Ein weiteres Hilfsmittel ist die technische Weiterentwicklung der Uhren. Mit etwas Erfahrung kann man mit beidem eine Uhr recht gut datieren, und wenigstens eine Idee über ihre Herkunft bekommen - manchmal sogar den Hersteller herausfinden.
      Ich habe solche Details während einiger Jahrzehnte Sammelei ausgewertet und gebe für jede Uhr in Auktion, Shop oder Archiv ein ungefähres Datum und oft die Herkunft an. Zur Bestimmung einer eigenen Uhr müssen Sie also eigentlich nur deren Details von Gehäuse, Zifferblatt und Werk mit Uhren auf diesen Seiten vergleichen. Das wird dann schon eine recht gute Vorstellung geben, wann und wo die Uhr gefertigt wurde.


bidfun home
...die kostenlose Alternative
Dr. Roland Ranfft
Im Eichfeld 8
41844 Wegberg-Wildenrath
Deutschland
Tel.   +49 (0)2432 491604
Fax   +49 (0)2432 491605
email: info@ranfft.de
Letzte Änderung:  12.3.10