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Ranfft Uhren |
Rosa
Seiten für Uhren |
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| Eine Baustelle werden diese Seiten immer bleiben, denn hauptsächlich werden in loser Reihenfolge Themen behandelt, die sich durch Diskussionen per email oder in Uhren-Foren ergeben haben. Manche Beiträge gibt es deshalb auch nur auf den englischen Info-Seiten. | Immerhin, ein wenig Ordnung gibt es schon: Umfangreichere Themen bekommen separate Seiten, und die wichtigsten Themen gibt es in Deutsch und Englisch. |
Marktdaten |
Uhrwerke |
| Das Archiv
über Uhren, Schmuck und damit zusammenhängende Artikel,
beschränkt sich bis auf wenige Ausnahmen auf die von Ranfft-Uhren
angebotenen Artikel, einerseits um Auseinandersetzungen über
Urheberrechte zu vermeiden, andererseits um einen einheitlichen
Zusammenhang zwischen Artikel und Preis zu gewährleisten. Der Kleinuhr-Teil wird schnell genug wachsen, um den Wert bestimmter Uhren einzuschätzen. Nebenschauplätze wie Großuhren, Schmuck, Literatur und Zubehör sind noch etwas unterbelichtet. Aber vielleicht findet sich ja jemand, der hier für etwas Leben sorgt. Viele Beschreibungen enthalten auch Informationen zu Geschichte und Technik einer Uhr bzw. ihres Herstellers, so daß man auch hierfür Antwort auf einige Fragen erhält, wenn man einen geeigneten Begriff in die Suchfunktion eingibt. Bei den Artikeln ist jeweils der Mindestpreis und das Höchstgebot angegeben, dazu auf welchen Marktplatz er angeboten wurde. Fehlt das Höchstgebot, so wurde auf den Artikel nicht geboten, weil z.B. der Mindestpreis die Bieter erschreckt hat. Da auch dies eine Marktinformation ist, gehören auch solche Artikel ins Archiv. Außerdem kann eine Uhr nichts dafür, wenn sie den Besitzer nicht wechselt - sie kann ja als Informationsquelle trotzdem interessant sein. ![]() |
Im Archiv
werden neben Marktdaten auch Uhrwerke gesammelt. Zu jedem Werk werden
soweit
bekannt die wichtigsten Funktionen, technische Daten und Bemerkungen
über
Geschichte, Fertigungsmengen sowie besondere Merkmale angegeben. Dazu
gibt
es ein oder mehrere illustrierte Beispiele mit Angabe des Baujahrs,
der Signaturen und der Stoßsicherung. Für die meisten Angaben ist keine Erläuterung nötig, wohl aber für folgende: Durchmesser D Zusätzlich zum Nenndurchmesser in Linien oder US-size nach dem Lancashire Gauge wird ein Durchmesser in mm wie folgt angegeben: D nicht spezifizierter Wert aus fremdem Quellen, meist der Nenn- oder Montagedurchmesser. Dn Nenndurchmesser, berechnet aus dem Durchmesser in Linien oder aus dem US-size. Der Durchmesser in Linien bezeichnet üblicherweise den maximalen Montagedurchmesser Das US-size orientiert sich am etwas größeren Außendurchmesser (s. unten). Dm Montagedurchmesser. Mit diesem Durchmesser muß das Werk in die Montageöffnung des Gehäuses oder des Werk-Paßrings passen. Er ist deshalb etwas kleiner als Dn. Do Außendurchmesser, also der größte Durchmesser des Werkes. Die meisten Werke haben einen Flansch etwas größer als Dm, mit dem sie auf Gehäuserand oder Paßring aufliegen. Für Formwerke werden entsprechend zwei Maße angegeben. Die von Herstellern genannten US-size-Maße sind üblicherweise präzise, weil Werke und Gehäuse weitgehend genormt waren. Die Herstellerangaben in Linien sind manchmal nur Wunschvorstellungen: Bei kleinen Werken werden zu kleine Maße angegeben und bei großen Werken zu große. Bei Abweichungen unter 0,25''' wird die Herstellerangabe beibehalten. Bei größeren Abweichungen werden die tatsächlichen Maße auf 0,25'''-Schritte auf- oder abgerundet. Höhe H Entweder aus fremden Quellen (z.B. Hersteller) oder aus eigenen Messungen. Üblicherweise wird die Konstruktionshöhe angegeben, also der Abstand zwischen Auflagefläche des Zifferblattes und der höchsten Platine, Brücke oder Kloben auf der Rückseite, bzw. dem Rotor bei Automatics. Teile wie Schraubenköpfe, Chatons, Rücker oder herausragende Zapfen werden nicht berücksichtigt, denn man kann sie leicht so ändern, daß im Gehäuse wirklich nur die Konstruktionshöhe benötigt wird. Manchmal ragen Aufzugräder oder Rotorlager von Automatics über die so bestimmte Höhe hinaus. Ist dieser Unterschied bemerkenswert, wird er angegeben, damit ein Vergleich mit Angaben von Herstellern oder in der Literatur möglich ist. Gangreserve Entweder aus fremden Quellen (z.B. Hersteller) oder aus eigenen Messungen. Die Messung wird auf ganze Stunden abgerundet, und da die Exemplar-Streuung ist groß ist, wird zusätzlich eine Stunde abgezogen. Natürlich werden für solche Messungen nur Uhrwerke herangezogen, die sich im Originalzustand und in einem guten Wartungszustand befinden. Falls mehrere solche Werke untersucht wurden, wird die kleinste abgerundete Gangreserve angegeben. |
Bewertung von Uhren |
Ferndiagnose |
| Marktdaten
über Uhren werden von vielen Leuten gesammelt und manche Dateien
sind jedermann zugänglich. Wirklich nützlich sind allerdings
nur solche Daten, bei denen die jeweilige Uhr auch hinreichend genau
beschrieben ist - nicht nur hinsichtlich Herkunft, Art und
Eigenschaften, sondern auch des Zustandes. Ein sehr umfangreiches
Archiv dieser Art bietet das Auktionshaus Henry's, aber auch auf diesen
Seiten gibt es ein Archiv,
dessen Umfang langsam wächst. Archive wie www.uhrenpreisspiegel.de und www.uhrenpreise.de bieten ebenfalls gute Marktübersichen. Allerdings ist die Beurteilung des Zustandes schwieriger, denn die Daten stammen aus verschiedenen Quellen mit unterschiedlichen Beurteilungsmaßstäben. Solche Archive, aber auch die Beobachtung verschiedener Auktionen und Börsen nutze ich, wenn ich den Marktwert von Uhren einschätze, die ich zur Auktion eingereicht bekomme. Mindestens ebenso wichtig ist die Beurteilung des Zustandes, die aber recht gut gelingt, wenn man die Uhr wirklich in der Hand hat, moderne Geräte zur Verfügung stehen und notfalls ein erfahrener Uhrmachermeister hilft. Wer sehr viel Erfahrung hat, kann sich auch bei ebay orientieren. Allerdings findet man dort selten brauchbare Zustandsangaben und entsprechend wenig aussagekräftig sind die Ergebnisse. Hinzu kommt, daß bei ebay Verkäufer wie Bieter alt und verschlissen oft gleichsetzen mit antik und wertvoll. Schrott wird so überbewertet und die Bewertung gut erhaltener Uhren ist ausgesprochen unsicher. |
Eine Ferndiagnose über Wert
und Zustand einer Uhr kann und werde ich nicht geben. Habe ich nur ein
paar Informationen zur Uhr und dazu mehr oder weniger
aussagekräftige Fotos, so kann ich kaum mehr tun als die links
genannten
Archive zu durchforsten. Diese lästige Arbeit kann jeder selbst
tun und ich werde sie niemandem streitig machen. Eine weitergehende Beurteilung ist nur möglich, wenn man die Uhr wirklich untersuchen kann. Diese Dienstleistung bietet oftmals der Uhrmacher oder Juwelier vor Ort, aber man darf sie nicht kostenlos erwarten, wenn man dort nicht auch sonst guter Kunde ist. Ich biete diese Dienstleistung nicht an - auch nicht gegen Bezahlung. Die Rosa Seiten sind Teil meines Sammler-Hobbys und wurden als Service für Sammler und Liebhaber von Uhren ins Leben gerufen. Man kann den Handelsplatz kostenlos selbst nutzen oder sich gegen Bezahlung die Abwicklung abnehmen lassen. Es gibt altenative Möglichkeiten, allen voran ebay. Uhren, die für Sammler wenig interessant sind, lassen sich wohl besser dort verkaufen, denn es gibt dort Teilnehmer, die alt und verschlissen mit antik und wertvoll gleichsetzen, und es ist nicht illegal, dies zu nutzen. Ich helfe allerdings nicht bei der Bewertung von Uhren für den Verkauf bei ebay. |
Steine in Werken |
|
| Die Genauigkeit
und Langlebigkeit
einer Uhr werden hauptsächlich
durch
die Teile beeinflußt, die am hektischsten herumzappeln: Die Unruh
und der Anker. Deshalb wird die Unruh so perfekt wie möglich
gelagert,
also mit zwei Lochsteinen und zwei Decksteinen, die das Axialspiel
begrenzen.
Dazu gibt es einen Stein zur Kopplung zwischen Unruh und Anker,
schließlich
zwei Hebesteine am Anker. Das macht zusammen 7 Steine und genügt
eigentlich.
Die Basisausführungen vieler amerikanische Taschenuhren hatten 7
Steine
und waren durchaus von ernstzunehmender Qualität. Die Verbesserungen bezüglich Reibung und Lebensdauer, die man mit weiteren Steinen erreicht, sind nicht umwerfend. Eine Uhr, die je zwei Steine für die Lagerung von Anker, Ankerrad, Sekundenrad und Zwischenrad (Kleinbodenrad) hat, kommt auf 15 Steine und läßt kaum den Wunsch nach mehr Steinen offen (Beispiel: Lange). Wird auch das Minutenrad in Steinen gelagert, so sind es 17 Steine - die übliche Zahl für eine Qualitätsuhr (Beispiel: Omega). Aber beim hoch belasteten Minutenrad scheiden sich schon die Geister. Steinlager haben hier auch Nachteile, und Firmen, die nicht mit Steinzahlen werben müssen, setzen allenfalls beim weniger belasteten Lager einen Stein ein, macht 16 Steine (zu finden bei IWC, Lange oder Patek-Philippe, Beispiel: IWC). |
Oft haben Armbanduhren mit 17
Steinen anstelle der
Minutenradsteine
Decksteine auf beiden Ankerradlagern (Beispiel:
Gruen) oder nur auf der Bodenseite von Anker- und Sekundenrad -
beides
sinnvoller als beim Minutenrad. Darüber geht der Luxus los. Eine Uhr mit Decksteinen auf Anker- und Sekundenrad hat 21 Steine, die magische Zahl einer Qualitätsuhr. Aber auch hier begnügte sich mache Nobelfirma mit 19 Steinen, weil man Steine als ungeeignet fürs Minutenrad empfand (Beispiel: Patek Philippe). Natürlich kann man auch im Automatic-Aufzug Steine verbraten und so hat das "Volkswerk" ETA 2824-2 meist 25 Steine (Beispiel) und Roamer bringt es mit Rubin-Kugeln im Kugellager sogar auf 44 Steine (Beispiel), von denen keiner wirklich sinnlos ist. Einen riesigen Vorteil hat das nicht, denn das einzig wirklich belastete Lager ist in modernen Werken ein Kugellager und Werke mit 17 Steinen zeigen, daß der Automatik-Aufzug auch ohne Steine das letzte ist, was den Geist aufgibt. Ein Sonderfall sind Modul-Chronographen. Hier wird im filigranen Chronographenmodul so ziemlich alles in Steinen gelagert. Mit gemischten Erfolg wird so weitgehend Wartungsfreiheit erreicht und Uhren dieser Art haben respektable Geröllhalden um 40 bis 50 Steine |
Laufen oder Stehen? |
Unadjusted |
| Leider geistert durch die
Uhrenszene immer noch der Dummspruch "Wer
rastet, der rostet". Dieser Spruch soll wohl bei der Überwindung
natürlicher menschlicher Faulheit helfen - für Uhren ist er
einfach Quatsch. Was sich bewegt, das verschleißt, und das gilt gleichermaßen für die Lager und die Triebfeder (siehe Federbruch). Bei regelmäßiger Wartung halten Uhren zwar fast ewig, aber wenn sie kühl und trocken stehen, eben noch ewiger. Aber für einen Sammler stellt sich die Frage eigentlich gar nicht. Hat man mehrere Uhren, und schleppt nicht ständig alle an Gelenken und in Taschen mit sich herum, so läuft die einzelne ohnehin nur selten mal ein paar Tage. Immer vorausgesetzt, daß man seine Uhren nicht vergammeln läßt, spielt also Verschleiß keine nennenswerte Rolle. |
also unjustiert
(unreguliert).
Natürlich ist
die Ganggenauigkeit einer Uhr mit
dieser
Beschriftung justiert worden. Wie so vieles, hat der Hinweis
"unadjusted"
nur etwas mit gehobenem Bürokraten-Schwachsinn zu tun. In der EU gibt es Erbsenhirne, die Vorschriften über die Krümmung von Bananen und Gurken ersinnen. Solche genetischen Fehlbildungen sind natürlich nicht auf Europa begrenzt - es gibt sie auch in den USA: Dort gilt eine Uhr als US-Produkt, wenn sie (zumindest offiziell) in den USA reguliert mit einem Gehäuse versehen wird. Da für US-Produkte kein Zoll erhoben wird, kann man eben Geld sparen. Deshalb werden Uhrwerke, die u.a. in die USA exportiert werden, schon vom Hersteller mit der Aufschrift "unadjusted" versehen. Damit auch ja kein Zweifel aufkommt, steht vielfach in Gehäuse noch "cased and timed in U.S.A.", (montiert und reguliert in U.S.A.) So kann man eine Uhr letztlich allein durch den Einbau des Werks ins Gehäuse zu einer amerikanischen Uhr machen. Dabei können Werk und Gehäuse durchaus im Ausland gefertigt worden sein. Und jetzt der Hit: Wenn Sie eine so gekennzeichnete deutsche Uhr in den USA kaufen, müssen Sie bei der Einfuhr Zoll bezahlen. Das deckt mit EUR 0,80 pro Uhr zwar kaum die Kosten für die Zollabfertigung - aber es herrscht Ordnung. |
| Automatic für Jedermann |
|
Von der Harwood,
der ersten Serien-Automatic,
bis zum Etarotor,
der ersten Großserien-Automatic moderner Bauart war es ein
mühevoller Weg. . ![]() Nachfolgend gibt es eine kurze Beschreibung dieser Entwicklung mit Links zu den Beispielwerken. Wer mehr von den mühevollen Schritten zwischen Harwood und Etarotor wissen will, findet vieles in einem Artikel von Gisbert L. Brunner. In den 30er und 40er Jahren war AS so ziemlich der einzige Werkhersteller, der Automatics allgemein als Werk anbot. Nur Felsa fertigte mit geringem Erfolg die Pendel-Automatic Felsa 279 und kam erst 1942 mit einem erfolgreichen Werk. Sonst gab es nur wenige, meist unbrauchbare Konzepte, sowie einige Hersteller, die Pendel-Automatics für eigene Uhren entwickelten, z.B. Eterna oder Omega: . ![]() Erst 1950 kam ETA mit dem "Etarotor"; bis dahin war der frei drehende Zentralrotor durch Rolex-Patente weitgehend tabu. Dabei war es eher eine Notlösung, ein Rotor-Modul auf ein kleines Damenuhrwerk zu schrauben, aber immerhin eine geniale: . ![]() Nur Felsa gelang es 1942 mit dem ersten beidseitig aufziehenden "Bidynator", das Rolex-Patent zu umgehen. Die Vorserie Felsa 410/415 (unten links) wurde noch im Jahr der Vorstellung duch die berühmte Familie 690 ersetzt (unten rechts). . ![]() AS bot jedermann das AS 1049 (unten links) an. Es ist kaum bekannt, weil es schon nach kurzer Zeit vom überarbeiteten AS 1049A ersetzt wurde. Es sind Weiterentwicklungen der Harwood-Automatic und wie diese ohne Handaufzug. Die erforderliche Rutschkupplung wanderte vom Pendel ins Federhaus, wo sie sich bei fast allen Automatics auch heute noch befindet. Beide Kaliber wurden fast ausschließlich von Mido verwendet. Eine Variante mit Handaufzug hatte zwar die Bezeichnung AS 1081, wurde aber ab 1935 unter der Bezeichnung Mido 816 (unten rechts) exklusiv für Mido gefertigt. . ![]() |
Auch den ebenfalls ab ca. 1935
gefertigten Nachfolger AS
1171 und die Zentralsekunden-Variante AS
1172 sieht man selten als AS-Produkt:![]() Es gab ihn aber mehr oder weniger abgewandelt als exklusives Kaliber anderer Firmen, z.B. als Fortis 250. Kein Wunder, entstand doch schon die Harwood durch Zusammenarbeit von AS, Fortis und Blancpain. ![]() Nach einigen Stationen Modellpflege war erst das AS 1250 ein richtiger Renner. ![]() Natürlich gab es in dieser Entwicklung auch Sackgassen und die Pendel-Automatic war eine solche. Es gab aber noch exotischere Ideen, wie das Baumgartner 92 von 1951, bei dem der Pendel-Rotor wie ein Hammer auf eine sehr einfache Aufzugmechanik schlägt - genial, aber wohl kaum langlebig: ![]() Erst 1948 kam mit dem Damen-Kaliber Eterna 1194R die erste Automatic mit Kugellager-Rotor. Sie hatte bereits alle wesentlichen Details, die auch in heute gefertigten Automatics zu finden sind. ![]() |
...die kostenlose Alternative |
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Letzte Änderung: 12.3.10 |