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Ranfft Uhren |
Rosa
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| Eine Baustelle werden diese Seiten immer bleiben, denn es werden in loser Reihenfolge Themen behandelt, die sich durch Diskussionen per email oder in Uhren-Foren ergeben haben. Manche Beiträge gibt es deshalb auch nur auf den englischen Info-Seiten. | Immerhin, etwas Ordnung gibt es schon: Umfangreichere Themen bekommen separate Seiten, und die wichtigsten Themen gibt es in Deutsch und Englisch. |
Marktdaten |
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| Das Archiv
über Uhren, Schmuck und damit zusammenhängende Artikel
enthält fast nur Artikel von
Ranfft-Uhren. Das vermeidet Probleme mit
Urheberrechten und gewährleistet ein einheitlichen
Zusammenhang zwischen Artikel und Preis. Der Kleinuhr-Teil ist schon groß genug, um den Wert vieler Uhren einzuschätzen. Aber andere Themen sind noch unterbelichtet. Vielleicht findet sich ja jemand, der dort für Leben sorgt. Viele Beschreibungen enthalten Informationen zu Geschichte und Technik einer Uhr, so daß manche Frage beantwortet wird, wenn man geeignete Begriffe in die Suchfunktion eingibt. |
Bei den Artikeln
ist jeweils der Mindestpreis und
das
Höchstgebot
angegeben, dazu auf welchen Marktplatz er angeboten wurde. Fehlt das
Höchstgebot,
wurde der Artikel nicht verkauft, z.B. weil der Mindestpreis die
Bieter erschreckt hat. Da auch dies eine Marktinformation ist,
gehören
auch solche Artikel ins Archiv.
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Uhrwerke |
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| Im Archiv
werden neben Marktdaten auch Uhrwerke gesammelt. Zu jedem gibt es
wichtigste Funktionen und technische Daten, sowie Bemerkungen
über
Geschichte, Fertigungsmengen und Besonderheiten. Dazu
gibt
es illustrierte Beispiele mit Angabe des Baujahrs,
der Signaturen und der Stoßsicherung. Für die meisten
Angaben ist keine Erläuterung
nötig,
wohl aber für folgende: Durchmesser D Zusätzlich zum Nenndurchmesser in Linien oder US-size nach dem Lancashire Gauge wird ein Durchmesser in mm wie folgt angegeben: D nicht näher spezifizierter Wert aus fremden Quellen. Dn Nenndurchmesser, berechnet aus dem Durchmesser in Linien oder aus dem US-size. Der Durchmesser in Linien bezeichnet üblicherweise den maximalen Montagedurchmesser Das US-size orientiert sich am etwas größeren Außendurchmesser (s. unten). Dm Montagedurchmesser. Mit diesem Durchmesser muß das Werk in die Montageöffnung des Gehäuses oder des Werk-Paßrings passen. Er ist deshalb etwas kleiner als Dn. Do Außendurchmesser, also der größte Durchmesser des Werkes. Die meisten Werke haben einen Flansch etwas größer als Dm, mit dem sie auf Gehäuserand oder Paßring aufliegen. Für Formwerke werden entsprechend zwei Maße angegeben. US-size-Maße sind meist präzise, weil US-Werke und -Gehäuse weitgehend genormt waren. Angaben in Linien sind oft nur Werbung: Bei kleinen Werken werden zu kleine Maße angegeben und bei großen Werken zu große. Bei Abweichungen unter 0,25''' wird die Herstellerangabe beibehalten. Bei größeren Abweichungen werden die tatsächlichen Maße auf 0,25'''-Schritte auf- oder abgerundet. Höhe H Aus fremden Quellen oder eigenen Messungen. Üblicherweise wird die Konstruktionshöhe angegeben, also der Abstand zwischen Auflagefläche des Zifferblattes* und der höchsten Platine, Brücke oder Kloben auf der Rückseite, bzw. dem Rotor bei Automatics. Teile wie Schraubenköpfe, Chatons, Rücker oder herausragende Zapfen werden nicht berücksichtigt, denn man kann sie so ändern, daß im Gehäuse wirklich nur die Konstruktionshöhe benötigt wird. Manchmal ragen Aufzugräder oder Rotorlager von Automatics über die so bestimmte Höhe hinaus. Ist dieser Unterschied deutlich, wird er angegeben, damit ein Vergleich mit Angaben aus anderen Quellen möglich ist. |
Gangreserve Aus fremden Quellen oder eigenen Messungen. Die Messung wird auf ganze Stunden abgerundet, und da die Exemplar-Streuung groß ist, wird zusätzlich eine Stunde abgezogen. Für diese Messungen werden nur Uhrwerke herangezogen, die sich im Originalzustand und in einem guten Wartungszustand befinden. Falls mehrere solche Werke untersucht wurden, wird die kleinste abgerundete Gangreserve angegeben. Unruhwelle, Aufzugwelle/Stellwelle Hier sind die die Flume-Bestellnummern angegeben, gelegentlich aber auch die von anderen Lieferanten. Auch wenn diese Nummern nicht immer helfen, bieten sie zusammen mit der Suchfunktion die Möglichkeit, ein Spender-Werk mit gleichen Teilen zu finden. Triebfeder / Batterie Bei mechanischen Uhren ist die Triebfeder angegeben. Die Flume-Nr. (Zf....) vorweg zeigt an, daß es sich um eine Standardfeder mit Endhaken handelt. Es folgen die Abmessungen in der Reihenfolge Breite, innerer Federhausdurchmesser, Dicke, Länge. Fehlt die Flume-Nr., handelt es sich um Federn mit ungewöhnlichen Maßen, speziellem Zaum oder im Falle von Automatics Federn mit fest angebrachter Schleppfeder (Gleitzaum). Für elektrische/elektronische Uhren gibt es Angaben zur Batterie, entweder die Kennzahl für Art und Größe oder detaillierte Angaben. Weitere Daten Das Archiv wird ständig weiterentwickelt, und es kommen nach und nach weitere Daten hinzu. Freigegeben, aber noch nicht vollständig sind zur Zeit diese: F Montagehöhe, Abstand zwischen Zifferblattfläche* und Tragrand. T Tigehöhe, Abstand zwischen Zifferblattfläche* und Mitte der Aufzugwelle. Zeiger: Es werden die Zeigerloch-Durchmesser angegeben, beginnend mit dem langsamsten Zeiger (meist Stunde) und endend mit dem schnellsten (meist Sekunde). Zentralzeiger und dezentrale Zeiger sind durch einen Schrägstrich getrennt. *) Werke mit zifferblattseitigen Anzeigescheiben (z.B. Kalender) haben gelegentlich keine Zifferblattauflage. In diesem Fall dient die Oberfläche der Anzeigescheiben als Bezugsfläche für H, F und T. Gibt es einen serienmäßigen, nicht fest verbundenen Abstandsring für das Zifferblatt, wird dessen zusätzliche Höhe angegeben.
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Bewertung von Uhren |
Ferndiagnose |
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| Vielen Leuten
sammeln Marktdaten von Uhren und machen sie frei zugänglich.
Nützlich sind aber
nur Daten, bei denen die Uhren hinreichend beschrieben sind.
Ein großes Archiv bietet das Auktionshaus Henry's, aber auch auf diesen
Seiten gibt es ein stetig wachsendes Archiv. Archive wie www.uhrenpreisspiegel.de und www.uhrenpreise.de bieten ebenfalls Marktübersichen. Die Beurteilung des Zustandes ist schwieriger, denn die Daten stammen aus vielen Quellen mit unterschiedlichen Beurteilungsmaßstäben. Man kann sich sogar bei ebay orientieren. Allerdings findet man dort selten brauchbare Beschreibungen und entsprechend unsicher sind die Einschätzungen. Hinzu kommt, daß dort Verkäufer wie Bieter alt und verschlissen oft gleichsetzen mit antik und wertvoll. Schrott wird so überbewertet und die Bewertung gut erhaltener Uhren ist unsicher. Dennoch kann man sich ein Gefühl für Preise aneignen, wenn man die Ergebnisse ständig beobachtet, und für eine bestimmte Uhr bekommt man ad hoc wenigstens die Preisgrößenordnung, wenn man beendete Auktionen nach vergleichbaren durchsucht. Solche Quellen, aber auch die Beobachtung von Auktionen und Börsen nutze ich, wenn ich den Marktwert von Uhren einschätze, die ich zur Auktion eingereicht bekomme. Und dennoch liege ich gelegentlich daneben. Ebenso problematisch ist die Beurteilung des Zustandes. Sie gelingt aber, wenn man die Uhr in der Hand hat, moderne Geräte zur Verfügung stehen und notfalls ein erfahrener Uhrmacher hilft. |
Eine Ferndiagnose über Wert
und Zustand einer Uhr kann und werde ich nicht geben. Habe ich nur
wenige Informationen zur Uhr und mehr oder weniger
aussagekräftige Fotos, kann ich kaum mehr tun als die links
genannten
Archive zu durchforsten. Diese lästige Arbeit kann jeder selbst
tun. Eine weitergehende Beurteilung ist nur möglich, wenn man die Uhr wirklich untersuchen kann. Diese Dienstleistung bietet der Uhrmacher oder Juwelier vor Ort, aber man darf sie nicht kostenlos erwarten, wenn man dort nicht auch sonst guter Kunde ist. Ich biete diese Dienstleistung nicht an - auch nicht gegen Bezahlung. Die Rosa Seiten sind Teil meines Hobbys, gedacht als Service für Sammler und Liebhaber von Uhren. Man kann den Handelsplatz kostenlos selbst nutzen oder sich gegen Bezahlung die gesamte Abwicklung abnehmen lassen. Es gibt altenative Möglichkeiten, allen voran ebay. Uhren, die für Sammler wenig interessant sind, lassen sich wohl besser dort verkaufen, denn es gibt dort Teilnehmer, die alt und verschlissen mit antik und wertvoll gleichsetzen. Individuelle Hilfe bei ebay-Verkäufen gibt es hier allerdings nicht.
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Steine in Werken |
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| Die Genauigkeit
und Langlebigkeit
einer Uhr werden hauptsächlich
durch
die Teile beeinflußt, die am hektischsten herumzappeln: Die Unruh
und der Anker. Deshalb wird die Unruh so perfekt wie möglich
gelagert,
also mit zwei Lochsteinen und zwei Decksteinen, die das Axialspiel
begrenzen.
Dazu gibt es einen Stein zur Kopplung zwischen Unruh und Anker,
schließlich
zwei Hebesteine am Anker. Das macht zusammen 7 Steine und genügt
eigentlich.
Die Basisausführungen vieler amerikanischer Taschenuhren hatten 7
Steine
und waren von guter Qualität. Die Verbesserungen bezüglich Reibung und Lebensdauer, die man mit weiteren Steinen erreicht, sind nicht umwerfend. Eine Uhr, die je zwei Steine für die Lagerung von Anker, Ankerrad, Sekundenrad und Zwischenrad (Kleinbodenrad) hat, kommt auf 15 Steine und läßt kaum den Wunsch nach mehr Steinen offen (Beispiel: Lange). Wird auch das Minutenrad in Steinen gelagert, sind es 17 Steine - die übliche Zahl für eine Qualitätsuhr (Beispiel: Omega). Aber beim hoch belasteten Minutenrad scheiden sich die Geister. Steinlager haben hier auch Nachteile, und Firmen, die nicht mit Steinzahlen werben müssen, setzen nur beim weniger belasteten Lager einen Stein ein, macht 16 Steine (zu finden bei IWC, Lange oder Patek-Philippe, Beispiel: IWC). |
Oft haben Armbanduhren mit 17
Steinen anstelle der
Minutenradsteine
Decksteine auf beiden Ankerradlagern (Beispiel:
Gruen) oder nur auf der Bodenseite von Anker- und Sekundenrad -
beides
sinnvoller als beim Minutenrad. Darüber geht der Luxus los. Eine Uhr mit Decksteinen auf Anker- und Sekundenrad hat 21 Steine, die magische Zahl einer Qualitätsuhr. Aber auch hier begnügte sich mache Nobelfirma mit 19 Steinen, weil man Steine als ungeeignet fürs Minutenrad empfand (Beispiel: Patek Philippe). Natürlich kann man auch im Automatic-Aufzug Steine verbraten und so hat das "Volkswerk" ETA 2824-2 meist 25 Steine (Beispiel) und Roamer bringt es mit Rubin-Kugeln im Kugellager sogar auf 44 Steine (Beispiel), von denen keiner sinnlos ist. Einen riesigen Vorteil hat das nicht, denn das einzig wirklich belastete Lager ist in modernen Werken ein Kugellager und Werke mit 17 Steinen zeigen, daß der Automatic-Aufzug auch ohne Steine das letzte ist, was den Geist aufgibt. Ein Sonderfall sind Modul-Chronographen. Hier wird im filigranen Chronographenmodul so ziemlich alles in Steinen gelagert. Mit gemischten Erfolg wird so weitgehend Wartungsfreiheit erreicht und Uhren dieser Art haben respektable Geröllhalden um 40 bis 50 Steine
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Wasserdichte Armbanduhr |
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| Moderne hochwertige Uhrwerke sind
robust; es wird eher
der Arm des Trägers brechen als ein Unruhzapfen. Hauptfeind der
Uhr
ist danach Wasser. Eine Uhr muß also möglichst dicht sein.
Dies
ist beim Gehäuseboden einfach: Selbst ein stabiler
Druckboden
mit Quetschdichtung erfüllt diesen Zweck.
Zuverlässiger
dichtet allerdings ein Schraubboden mit Ringdichtung. Bei beiden
Versionen
wird allerdings die Dichtung beim Schließen des Gehäuses
stark verformt. Dies wird vermieden, wenn der Boden mit mehreren
Schrauben
befestigt
ist; hier wird die Dichtung nur zusammengedrückt.
Allerdings
sollte ein solcher Boden entweder sehr massiv sein oder sehr viele
Schrauben
haben. |
Die
Abdichtungsverfahren beim Glas sind die gleichen
wie beim
Boden.
Allerdings gibt es ein zusätzliches Problem: Kunststoffe sind
etwas
wasserdurchlässig. Es ist zwar wenig, was durch den Kunststoff
diffundiert
(durchsickert) und bei Dichtringen spielt es auch kaum eine Rolle, wenn
sie zwischendurch trocknen, aber durch die große Fläche
eines
Kunststoffglases kommt im Laufe der Zeit doch einiges durch. Am ehesten verschleißt die Kronendichtung. Ein Automatic-Werk ist also im Vorteil, denn tägliches Aufziehen killt die Kronendichtung. Gelegentlich wird eine Gasfüllung zum Schutz des Werkes propagiert. Das ist wenig sinnvoll, denn ebenso wie Wasser (nur schneller) sickern Gase durch Kunststoffdichtungen. Die winzige Gasfüllung ist also schnell verschwunden. Eine wirklich gasdichte Dichtung (z.B. aus Metall und/oder Keramik) ist ein teurer Einwegartikel und nicht gebräuchlich.
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| Prüfung auf Dichtigkeit | |
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| Teuer ist es nicht, eine Uhr auf
Dichtigkeit zu prüfen; es
macht
wenig Arbeit, aber ein Uhrmacher
kauft die
teuren Geräte dafür nicht aus Jux - irgendwer muß
sie bezahlen. Im wesentlichen gibt es drei Verfahren, und über deren Aussagekraft wird ausgiebig gestritten. Alles in allem kann man sagen: Eine Uhr die überhaupt dicht ist, hält in der Regel auch die Drücke aus, für die sie konstruiert ist. Ist sie undicht, so ist sie es auch schon bei geringem Über- oder Unterdruck. 1) Prüfung mit Überdruck und Wasser: Die Uhr wird in einen teils mit Wasser gefüllten durchsichtigen Behälter gesteckt. Zunächst bleibt sie über Wasser und der Behälter wird unter Druck gesetzt. Ist die Uhr undicht, gelangt Luft hinein. Taucht man sie nun ins Wasser und läßt den Druck ab, so blubbert die zuvor hineingedrückte Luft heraus. Vorteil: man sieht, wo die Uhr undicht ist, Nachteil: Schweinkram und man sollte ein Lederband abnehmen 2) Prüfung mit Überdruck ohne Wasser: Die Uhr wird in einem Behälter unter Druck gesetzt. Ist sie dicht, so wird das Gehäuse zusammengedrückt und das kann mit einem Meßtaster erfaßt werden. Ist sie undicht, so pfeift die Luft durch die undichte Stelle und die Dicke der Uhr bleibt unverändert. Vorteil: Prüfung unter Herstellerbedingungen, Nachteil: teures Gerät. 3) Prüfung mit Unterdruck ohne Wasser: Im Prinzip so wie oben. Vorteil: es genügt eine billige Membranpumpe (Massenartikel aus dem Aquarien-Bedarf), Nachteil: unrealistische Messbedingungen. |
Mit empfohlenen Prüfabständen ist es
so
eine Sache.
Wer ist
verantwortlich, wenn die Uhr heute geprüft und morgen
undicht
wird? Die Zwischenprüfung ist also Quatsch. Schwachstelle ist die
Kronendichtung; sie hält bei einer Handaufzug-Uhr nur kurz und man
sollte damit nicht ins Wasser gehen. Bei einer Automatic wird die Krone
selten betätigt und darüber freut sich die Dichtung. Bei
einer
Schraubkrone hält die Dichtung ziemlich ewig, wenn man sie nicht
regelmäßig
mit Gewalt zuwürgt. Wichtiger ist, beim Service auf Prüfung und ggf. Erneuerung der Dichtungen zu bestehen. Und bei einer Uhr, die man regelmäßig im Wasser nutzt, sollte man auch zwischendurch mal die Dichtungen prüfen bzw. erneuern lassen (und nicht nur die Dichtigkeit prüfen). Zu guter letzt: Eine ertrunkene Uhr ist keine Katastrophe, wenn sie in kürzester Zeit zum Uhrmacher kommt. Am besten behält man sie solange am Arm, denn dann schlägt sich das Wasser an der kältesten Stelle (unter dem Glas) nieder und schadet dem Werk nicht. Das schlimmste, was man tun kann, ist die geschlossene Uhr auf die Heizung zu legen: Das Wasser verteilt sich in der Uhr und die Wärme beschleunigt die Rostbildung. Kommt man nicht sofort zum Uhrmacher, gibt es eine Notlösung: Den Gefrierschrank - er ist überhaupt zur Aufbewahrung einer Uhr besser geeignet als das feuchte und warme Handgelenk.
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Titangehäuse |
Uhrengläser |
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| Schwach legiertes
(fast reines)
Titan läßt sich problemlos
verarbeiten, ist aber auch nur so hart wie Edelstahl (allerdings
wesentlich
leichter). Es gibt aber wesentlich härtere Legierungen. So ist
z.B.
die Legierung TiAl6V4 (Werkstoff-Nr. 3.7165) etwa doppelt so hart (ca.
310HB) wie Edelstahl; sie kommt aber aufgrund der schwierigen
Verarbeitung
nur für teure Uhren in Frage. Dennoch gibt es einen grundsätzlichen Vorteil: Da Titan leichter ist, wird bei einem harten Stoß weniger Energie in Verformung umgesetzt. Schon dadurch ist das Titangehäuse in der Praxis härter im Nehmen. Ansonsten ist es nicht das vergleichsweise weiche Titan, sondern die typische graue und extrem harte Oxidschicht, die ein Titangehäuse ewig jung aussehen läßt. Übrigens sieht metallisches Titan etwa aus wie Silber, aber nicht sehr lange, da es schnell oxidiert. Die Sache hat aber einen Nachteil: Das sehr harte Titanoxid sitzt auf einem weicheren Kern (dem Titan). Wenn man nun gegen einen härteren Gegenstand (z.B. Stein) stößt, bricht die harte Schicht und es entsteht eine Macke, die sich nicht einfach wegschleifen läßt. |
1) Kunststoffglas: Es zerkratzt
leicht, ist aber auch leicht zu
polieren
und billig zu ersetzen. Es zerbricht nur schwer und wenn es bricht,
hinterläßt es selten Schäden auf dem Zifferblatt.
Es ist jedoch wasserdurchlässig (siehe: wasserdichte
Armbanduhr). 2) Mineralglas: Es ist dicht, billig und wesentlich kratzfester als Kunststoff. Allerdings lassen sich Kratzer kaum beseitigen und beim Bruch wird oft das Zifferblatt beschädigt. 3) Saphirglas: Es besteht aus synthetischem Saphir und ist entsprechend hart. Die hohe Kratzfestigkeit macht diese Gläser besonders alltagstauglich. Aber dafür ist das Material spröde und weniger schlagfest als gehärtetes Mineralglas. Saphir kann nicht durch Erhitzen geformt werden, sondern muß mit Diamantwerkzeugen in die endgültige Form gebracht werden. Dies ist der Hauptgrund für den hohen Preis. 4) Gewölbte Gläser: Kunststoffgläser sind praktisch immer gewölbt, da sich nur so ausreichende Stabilität ergibt. Dieser Vorteil der Wölbung gilt auch für die anderen Gläser, denn bereits eine leichte Wölbung sorgt dafür, daß Belastungen, die bei einem ebenen Glas zum Bruch führen, in Druck umgesetzt werden, den alle verwendeten Werkstoffe besser als Biegung aushalten. Dieses Prinzip wird seit U(h)rzeiten im Brückenbau verwendet: Als es noch keine biegefesten Werkstoffe gab, hat man Bögen gemauert; und diese stehen noch nach einigen tausend Jahren (im Gegensatz zu mancher Beton-Brücke). Der Glas-Rolls-Royce ist also das gewölbte Saphirglas, es sorgt aber im Gegenzug für Ebbe im Geldbeutel.
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Laufen oder Stehen? |
Unadjusted |
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| Leider geistert durch die
Uhrenszene immer noch der Dummspruch "Wer
rastet, der rostet". Dieser Spruch soll wohl bei der Überwindung
natürlicher menschlicher Faulheit helfen - für Uhren ist er
Quatsch. Was sich bewegt, das verschleißt, und das gilt gleichermaßen für die Lager und die Triebfeder (siehe Federbruch). Bei regelmäßiger Wartung halten Uhren zwar fast ewig, aber wenn sie kühl und trocken stehen, noch ewiger. Aber für Sammler stellt sich die Frage eigentlich nicht. Hat man mehrere Uhren, und schleppt nicht ständig alle an Gelenken und in Taschen mit sich herum, so läuft die einzelne ohnehin nur selten mal ein paar Tage. Immer vorausgesetzt, daß man seine Uhren nicht vergammeln läßt, spielt also Verschleiß keine Rolle. |
also unjustiert
(unreguliert).
Natürlich ist
eine Uhr mit
dieser
Beschriftung justiert worden. Der Hinweis
"unadjusted"
hat nur etwas mit Bürokraten-Schwachsinn zu tun. In der EU gibt es Erbsenhirne, die Vorschriften über die Krümmung von Bananen und Gurken ersinnen. Und solche genetischen Fehlbildungen gibt es natürlich auch in den USA: Dort galt eine Uhr als US-Produkt, wenn sie (zumindest offiziell) in den USA reguliert und mit einem Gehäuse versehen wird. Da für US-Produkte kein Zoll erhoben wird, kann man so Geld sparen. Deshalb wurden Uhrwerke, die u.a. in die USA exportiert wurden, schon vom Hersteller mit der Aufschrift "unadjusted" versehen. Damit kein Zweifel aufkommt, steht vielfach in Gehäuse noch "cased and timed in U.S.A.", (montiert und reguliert in U.S.A.) So konnte man eine Uhr letztlich allein durch den Einbau des Werks ins Gehäuse zu einer amerikanischen Uhr machen. Dabei können Werk und Gehäuse durchaus im Ausland gefertigt worden sein. Und jetzt der Hit: Wenn Sie eine so gekennzeichnete deutsche Uhr in den USA kaufen, müssen Sie bei der Einfuhr Zoll bezahlen. Das deckt mit EUR 0,80 pro Uhr zwar nicht die Kosten für die Zollabfertigung - aber es herrscht Ordnung.
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Federbruch |
LED-Uhr |
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| Moderne
Automatic-Federhäuser
schützen sich selbst, denn die "Schleppfeder" darin ist
außen nicht fest mit dem Federhaus
verbunden.
Bei entspannter Feder erfolgt die Kopplung dadurch, daß sich die
äußere Windung gegen das Federhaus preßt.
Normalerweise ist am äußeren Ende der Feder ein vorgebogener
Gleitzaum angebracht. Er erhöht die Haftreibung und mindert den
Verschleiß; prinzipiell notwendig ist er nicht. Zieht man die Feder auf, löst sich irgendwann die äußere Windung (bzw. der Gleitzaum) von der Federhauswand und fängt an zu rutschen. Abreißen durch zu festes Aufziehen ist also unmöglich. Diese Konstruktion soll aber eher den empfindlichen Aufzug schützen, denn der kracht weit früher als eine fest angesteckte Feder. Gefühlsmäßig denkt man, eine fest angesteckte Feder bricht durch ständiges zu festes Aufziehen irgendwann. Wäre das so, müßte sie an der schwächsten Stelle brechen, also an einem der beiden Enden. Die meisten Federn brechen aber irgendwo in der Mitte - also durch Materialermüdung (ständiges Auf- und Zubiegen) und nicht durch zu kräftigen Zug. Dieser Belastung ist aber auch die Feder der Automatic ausgesetzt. Federn brechen sehr früh (Materialfehler) oder sehr spät (Materialermüdung). Dazwischen lagen bei früheren Stahlfedern viele Jahre, bei modernen "bruchsicheren" Nivaflex-Federn sehr viele Jahre. Man merkt es aber in jedem Fall erst beim Aufziehen - daher das Vorurteil, daß die Feder durch zu kräftiges Aufziehen bricht. Tatsächlich ist dies kaum möglich: Normalerweise bricht beim Versuch zuerst die Aufzugwelle und wenn die zu solide ist, brechen die Zähne irgendeines Rades des Aufzugs. |
LED = Light Emitting
Diode = Leucht-Diode.
Solche
elektronischen Bauteile leuchteten früher durchweg rot, heute in
nahezu
jeder gewünschten Farbe. Die Funktion ist kompliziert, aber man
kann
sie veranschaulichen: Man stelle sich eine kleine schräge Rampe vor. Rollt man eine Erbse die Rampe hoch, so kostet das Energie (Arbeit). Läßt man die Erbse am Ende der Rampe herunterfallen, so macht Sie "pöp-pöp-pöp---". Sie gibt einen Teil der Energie, die beim Hochrollen reingesteckt wurde, als Schallwellen wieder ab. Ähnlich geht es mit Elektronen in einer Diode. Die Diode besteht aus zwei unterschiedlichen Materialien, die eine vergleichbare Rampe für Elektronen bilden. Steckt man elektrische Energie hinein, so werden die Elektronen gewissermaßen die Rampe hochgehievt. Gehen sie vom einen Material ins andere über, so ist das das "Herunterfallen", bei dem die Elektronen die Energie wieder abgeben. Schall geht nicht, also geben sie die Energie als Lichtwellen ab (statt Schallwellen). Kurzum, man steckt elektrische Energie hinein und bekommt sie teilweise als Licht wieder heraus. Der Hit, es geht auch anders herum: Mit schubst die Elektronen mit Licht die Stufe der Rampe hoch und das Herabrollen auf der Schräge ist ein Strom. Man kann also Licht in Strom umwandeln und so eine Uhr mit Energie versorgen. Uhren mit LED-Anzeige waren ein Schuß in den Ofen. Sie kamen Anfang der 70er auf und wurden meist entsorgt, nachdem die Batterie leer war, denn das ging schnell. Die LEDs waren damals sehr schlechte Stromverwerter, und selbst mit modernen LEDs wäre eine solche Uhr nicht akzeptabel. Übrig gebliebene Exemplare sind daher heute nur Spielzeug für Sammler.
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| B-Uhren |
Glasenuhr |
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| "B-Uhr" ist die Kurzbezeichnung
für Beobachtungsuhr, aber dies ist ein weiter Begriff. Streng
genommen handelt es sich um
Uhren,
die bei verschiedensten Streitkräften zu Beobachtungszwecken
verwendet
wurden bzw. werden. Im weiteren Sinne werden aber auch
gewöhnliche Dienstuhren
aus diesem Bereich als B-Uhren bezeichnet. Dies macht insofern Sinn,
als
ein Soldat kaum für jede Tätigkeit eine andere Uhr
bekommt. Merkmale solcher Uhren sind ein konrastreiches gut ablesbares Zifferblatt mit Leuchtziffern und -zeigern. Meist ist es schwarz, damit bereits im Dämmerlicht ein Kontrast zu den Leuchtziffern entsteht. Das führt dazu, daß so manche Uhr mit schwarzem Leuchtzifferblatt als B-Uhr bezeichnet wird, auch wenn dieses Modell von keiner Armee je genutzt wurde. Da B-Uhren ein beliebtes Sammelgebiet sind, werden sie zu höheren Preisen gehandelt als normale Uhren, selbst wenn diese von der Technik und der Robustheit her vergleichbar sind. Wird einem also eine B-Uhr angeboten, so sollte man sich informieren, ob dieses Fabrikat tatsächlich als B-Uhr eingesetzt wurde, denn eine entsprechende Gravur kann leicht gefälscht werden. |
Der Tag an Bord
eines Schiffes
wird in 6 Wachen zu je 4
Stunden
eingeteilt, wobei jedes Mannschaftsmitglied zwei Wachen pro Tag Dienst
macht. Die Glasenuhr dient zur Einteilung einer Wache in Stunden und
halbe
Stunden: je Stunde ein Doppelschlag und je halbe ein Schlag dazu. Dieser Zyklus beginnt um 0:00Uhr, d.h. je eine Wache wird um 4, 8, 12, 16, 20 und 24 (0) Uhr mit 4 Doppelschlägen (8 Schlägen) abgeschlossen und das Ganze beginnt von vorn mit einem Schlag nach der ersten halben Stunde. Der Ausdruck "soundsoviel Glasen" kommt vom Wenden eines Stundenglases (Sanduhr) alle halbe Stunde.
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Schaltrad kontra Nockenschaltwerk |
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| Das Schaltrad im
Chronographen ist
eigentlich Geschichte. Die ersten
Chronographen
hatten nur einen Drücker (z.B. die Krone einer Taschenuhr). Dessen
einzige Funktion, nämlich Drücken mußte über ein
Progammschaltwerk
in drei Funktionen (Start, Stop, Nullstellen) umgesetzt werden. Und
dafür
bot sich das Schaltrad an. Es wird mit dem Drücker schrittweise
gedreht
und die Kerben und Säulen darauf steuerten die Funktionen des
Chronographen.
Solche Schrittschaltwerke finden wir überall: In
einfachster
Form im Nachttischlampenschalter oder im Druck-Kugelschreiber, etwas
komplexer
in Waschmaschinen (so sie nicht elektronisch gesteuert
sind). Nach der Umstellung auf zwei Drücker wurde das Schaltrad ziemlich unsinnig. Es hat aber bis Ende der 40er Jahre gedauert, bis es jemand merkte (Landeron 48). Da gerade die nobleren Firmen besonders konservativ sind, behielten sie das Schaltrad bei. Und so kam es, daß allgemein die Schaltrad-Konstruktion als "besser" angesehen wurde - weil teurer. Sie mag in der Herstellung etwas teurer sein, technisch besser ist sie nicht - nur einfallsloser. |
Daß tatsächlich
Schaltrad-Chronographen
meist leichter
zu betätigen sind, liegt eben an der meist besseren Qualität
- nicht am Prinzip. Ich hatte z.B. einige dieser putzigen
Schleppzeiger-Chronographen ("Index-Mobile") von Dubey &
Schaldenbrand in der Auktion. Sie
basieren
meistens auf Landeron-Werken, also dem billigsten, was man damals
bekam. Aber
niemand würde das sofort vermuten, denn sie
schalteten
leichter als ein El Primero von Zenith (oder Rolex
oder
Ebel...). Man hatte sich mit dem Nachbearbeiten der Schaltwerkteile
Mühe gegeben und so den Beweis geliefert, daß
Nockenschaltwerke
nicht schwergängig sein müssen. Es gibt auch das umgekehrte Beispiel: Der Schaltrad-Chrono von Seiko ist ein solides Stück Uhr, aber man braucht schon dicke Finger dafür - dickere als für ein naturbelassenes Landeron 48.
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| Automatic für Jedermann |
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Von der Harwood (Bild 1), der ersten Serien-Automatic, bis zum Etarotor (Bild 2), der ersten Großserien-Automatic moderner Bauart war es ein mühevoller Weg. Nachfolgend gibt es eine kurze Beschreibung dieser Entwicklung mit Links zu den Beispielwerken. Wer mehr von den mühevollen Schritten zwischen Harwood und Etarotor wissen will, findet vieles in einem Artikel von Gisbert L. Brunner. |
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In den 30er und 40er Jahren war AS ziemlich der einzige Werkhersteller, der Automatics allgemein als Werk anbot. Nur Felsa fertigte mit geringem Erfolg die Pendel-Automatic Felsa 279 und kam erst 1942 mit einem erfolgreichen Werk. Sonst gab es nur wenige, meist unbrauchbare Konzepte, sowie einige Hersteller, die Pendel-Automatics für eigene Uhren entwickelten, z.B. Eterna (Bild 3) oder Omega: (Bild 4). |
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1931 stellte Rolex den frei drehenden Zentralrotor vor. Es war eher eine Notlösung, ein Rotor-Modul (Bild 5) auf ein kleines Damenuhrwerk (Bild 6) mit großer Platine zu schrauben, aber immerhin eine geniale, die bis Ende der 40er Jahre durch Patentschutz für andere weitgehend tabu war. So dauerte es bis 1950, bevor ETA den "Etarotor" (Bild 2) vorstellte. |
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Nur Felsa gelang es 1942 mit dem ersten beidseitig aufziehenden "Bidynator", das Rolex-Patent zu umgehen. Die Vorserie Felsa 410/415 (Bild 7) ist kaum bekannt, denn sie wurde noch im Jahr der Vorstellung durch die langjährig gefertigte Familie 690 ersetzt (Bild 8).. |
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AS bot jedermann das AS 1049 (Bild 9) an. Es ist kaum bekannt, weil es schon nach kurzer Zeit vom überarbeiteten AS 1049A ersetzt wurde. Es sind Weiterentwicklungen der Harwood-Automatic und wie diese ohne Handaufzug. Die erforderliche Rutschkupplung wanderte vom Pendel ins Federhaus, wo sie sich bei fast allen Automatics auch heute noch befindet. Beide Kaliber wurden fast ausschließlich von Mido verwendet. Eine Variante mit Handaufzug hatte zwar die Bezeichnung AS 1081, wurde aber ab 1935 unter der Bezeichnung Mido 816 (Bild 10) exklusiv für Mido gefertigt. |
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Auch den ebenfalls ab ca. 1935 gefertigten Nachfolger AS 1171 (Bild 11) und die Zentralsekunden-Variante AS 1172 sieht man selten als AS-Produkt: Es gab ihn aber mehr oder weniger abgewandelt als exklusives Kaliber anderer Firmen, z.B. als Fortis 250. Kein Wunder, entstand doch schon die Harwood durch Zusammenarbeit von AS, Fortis und Blancpain. Nach einigen Stationen Modellpflege war erst das AS 1250 (Bild 12) ein richtiger Renner. |
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Natürlich gab es in dieser Entwicklung auch Sackgassen und die Pendel-Automatic war eine solche. Es gab aber noch exotischere Ideen, wie die "Rüttel-Automatc" Pierce 861 (Bild 13) von 1933 mit linear schwingendem Gewicht oder das Baumgartner 92 (Bild 14) von 1951, bei dem der Pendel-Rotor wie ein Hammer auf eine sehr einfache Aufzugmechanik schlägt - genial, aber wohl kaum langlebig: |
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Erst 1948 kam mit dem Damen-Kaliber Eterna 1194R (Bild 15) die erste Automatic mit Kugellager-Rotor und 1949 die entsprechende Familie Eterna 1237/1247 (Bild 16) für Herrenuhren. Beide hatten bereits alle wesentlichen Details, die auch in heute gefertigten Automatics zu finden sind.
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Baujahr und Herkunft |
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| Es gibt ein paar Uhren,
für
die sich Baujahr und Herkunft einfach herausfinden lassen: Britsche Uhren sind üblicherweise mit dem Namen und oft der Adresse des Herstellers signiert. Dazu gibt es jährlich wechselnde Edelmetallstempel (hallmarks), mit denen das Herstellungsjahr bestimmt werden kann. Amerikanische Uhrwerke sind ebenfalls signiert und nummeriert. Und für die meisten Firmen gibt es Archive, die die Datierung anhand der Nummern erlauben. Und der Hersteller wird ja per Signatur angegeben. Es gibt auch ein paar führende europäische Hersteller, die Werke und/oder Gehäuse nummerierten, und die stolz genug waren, ihre Produkte zu signieren. Von einigen gibt es auch Archive, und man wird kaum Probleme haben, etwa eine Breguet, IWC, Lange, Omega, Patek-Philippe usw. zu datieren. Tafeln mit Edelmetallstempeln und viele Nummernarchive sind im Internet verfügbar. Allerdings ändern sich häufig die Adressen, weil diese Quellen von Sammlern im Rahmen des Hobbys bereitgestellt werden. Also wird man seine eigene Linkliste einrichten müssen, nachdem man sich mit Suchmaschinen oder in Foren schlau gemacht hat. Speziell für amerikanische Uhren gibt es eine umtriebge Sammlergemeinde, die für gute Informationsquellen sorgt - selbst über kleinere Hersteller. |
Für den
größten Teil europäischer Uhren sieht es schlecht aus,
und Untersuchungen verlaufen meist enttäuschend. Während
amerikanische Uhren um 1900 schon industriell gefertigt wurden, war es
in Europa üblich, daß kleine Werkstätten oder
gar einzelne Uhrmacher Rohwerke kauften und daraus ihre eigenen Modelle
kreierten - meist ohne Signatur, oft nur mit Phantasiesignaturen
ohne Aussagekraft. Die meisten Uhren waren anonym und werden es
auch bleiben, und selten gibt es eine Chance, den Hersteller
herauszufinden. Viele Uhren erhielten auch eine Signatur des verkaufenden Juweliers auf Zifferblatt und/oder Staubdeckel. Mit etwas Glück existiert das Juweliergeschäft noch und mit sehr viel Glück bekommt man dort eine Auskunft über die Uhr. Oft wird geglaubt, daß Nummern oder geheimnisvolle Signaturen im Gehäuse weiterhelfen. Leider nicht: Gehäuse wurden nicht industriell gefertigt und ihre Einzelteile waren nicht austauschbar, Also sorgte man mit einer gemeinsamen Nummer auf allen Teilen dafür, daß die Teile zusammengehalten wurden, und niemand archivierte diese Nummern. Was immer sonst auf den Deckeln steht, sind Edelmetallstempel, technische Daten, Bedienungshinweise oder Werbung - ohne jeden Bezug zu Datum und Ort der Fertigung. Immerhin, es gab immer Modetrends und die erlauben eine Datierung. Ein weiteres Hilfsmittel ist die technische Weiterentwicklung der Uhren. Mit etwas Erfahrung kann man mit beidem eine Uhr recht gut datieren, und eine Idee über ihre Herkunft bekommen - manchmal sogar den Hersteller herausfinden. Ich habe solche Details über einige Jahrzehnte Sammelei ausgewertet und gebe für jede Uhr in Auktion, Shop oder Archiv ein ungefähres Datum und oft die Herkunft an. Zur Bestimmung einer eigenen Uhr müssen Sie also nur deren Details von Gehäuse, Zifferblatt und Werk mit Uhren auf diesen Seiten vergleichen. Das wird dann schon eine Vorstellung geben, wann und wo die Uhr gefertigt wurde.
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...die kostenlose Alternative |
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Letzte Änderung: 27.9.12 |